Der französische Asset Manager Carmignac Gestion hat sich mit den Steuerbehörden des Landes auf eine Geldbuße von 30 Millionen Euro geeinigt. Eine von der Finanzstaatsanwaltschaft (PNF) vorgeschlagene und vom Präsidenten des Pariser Gerichts erster Instanz bestätigte Vereinbarung ("Convention judiciaire d'intérêt public") hat die Gesellschaft von Gründer Edouard Carmignac nach eigenen Angaben am Freitag unterzeichnet. Damit endete ein von der PNF im Februar 2017 eröffnetes Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfes der Steuerhinterziehung.

Laut Carmignac ging es um "eine technische Steuerfrage bezüglich konzerninterner Dividenden", deren Rechtmäßigkeit die Steuerbehörde in Abrede gestellt hatte. Die Gesellschaft betont, zu keinem Zeitpunkt seien die Angelegenheiten von Kunden oder Geschäftspartnern berührt gewesen.

Die Vergangenheit holte Carmignac ein
Details zu dem Verfahren drangen im vergangenen November an die Öffentlichkeit (FONDS professionell ONLINE berichtete). Damals hatte die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtet, dass es sich um Vorgänge aus den Jahren 2010 und 2011 handelte, als der Fondsanbieter Aktivitäten an seine Luxemburger Tochter auslagerte. Das Fürstentum ist bekannt dafür, steuerschonende Absprachen mit Unternehmen zu treffen. Den Berichten zufolge soll Carmignac eben solche Abmachungen getroffen haben, um seine Führungskräfte möglichst steueroptimierend entlohnen zu können. (jb)