Ob Alphabet, Facebook, Apple oder Microsoft: Die Tech-Giganten aus den USA stehen unter immensem Druck durch die US-amerikanischen und europäischen Behörden. Sie stecken mitten in einem Zyklus, der neue Regeln und Einschränkungen für die Unternehmen mit sich bringt. Anstatt in Panik zu verfallen, sollten Investoren nun prüfen, welche der Konzerne bereit sind, sich den neuen Vorgaben anzupassen, rät Tracy Li, Anlagespezialistin beim Vermögensverwalter Capital Group. Denn: "Unternehmen könnten auch intensive Regulierungszyklen überleben und an ihnen wachsen", sagt Li.

Die größten regulatorischen Risiken lassen sich laut Li in drei Kategorien einteilen: Datenschutz, Moderation von Inhalten und das Kartellrecht. "Ich glaube, dass strengere Gesetze im Datenschutz oder bei den Inhalten den Burggraben der größten Plattformen eher stärken als schwächen", sagt Li. Das liege unter anderem daran, dass Facebook, Apple und Co. über ausreichend Ressourcen verfügen, um Gesetzesänderungen anzugehen. Li erwartet keine Zerschlagung von Unternehmen, rechnet aber damit, dass es in Zukunft viel schwieriger werden wird, Fusionen und Übernahmen abzuwickeln. 

Abwarten und Tee trinken
Gerade Änderungsentwürfe im Kartellrecht wären meist nicht der Weisheit letzter Schluss: "Wie bei den meisten Regierungs- oder Regulierungsmaßnahmen ist die erste Version eines Gesetzentwurfs fast nie der genaue Text des endgültigen Gesetzes", sagt Li. So auch im Kartellrecht. "Sehr wahrscheinlich wird jede Änderung des Kartellrechts ganz anders aussehen als die vorgeschlagenen Gesetzesentwürfe", prognostiziert die Expertin. (fp)