Die börsennotierte JDC Group erhält einen neuen Ankeraktionär. Die kanadische Great-West Lifeco Group möchte über ihre irische Tochtergesellschaft Canada Life Irish Holding Limited 28 Prozent der Aktien von den Firmengründern Sebastian Grabmaier und Ralph Konrad übernehmen, teilte der Wiesbadener Finanzdienstleister am Dienstag mit. Die Aufsichtsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Grabmaier, Konrad und der dritte JDC-Group-Vorstand Stefan Bachmann werden "langfristig an Bord bleiben", heißt es in der Mitteilung. Die beiden Unternehmensgründer halten aktuell 38 Prozent der JDC-Aktien, künftig werden sie nur noch mit jeweils fünf Prozent beteiligt sein. Die Great-West Group hält dann mit 28 Prozent ein Aktienpaket, dass ihr auch im Fall einer kleineren Kapitalerhöhung eine Sperrminorität sichert. "Ralph Konrad und ich können uns vorstellen, unsere Beteiligung an der JDC Group zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzustocken", erklärt JDC-Vorstandschef Grabmaier im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE.

Ein weiterer wichtiger Aktionär bleibt Klemens Hallmann. Der österreichische Investor hatte vor einem Jahr angekündigt, seine JDC-Beteiligung von damals zwölf Prozent weiter ausbauen zu wollen (FONDS professionell ONLINE berichtete). 50 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Der im Scale-Segment der Frankfurter Börse notierte Titel lag am Dienstag im frühen Handel deutlich im Plus, notierte am späten Vormittag aber kaum verändert bei knapp sieben Euro.

"Great-West sieht das Engagement bei JDC als strategische Beteiligung"
Zu Great-West gehören unter anderem der Lebensversicherer Canada Life, der irische Marktführer Irish Life und der US-amerikanische Asset Manager Putnam Investments. "Great-West ist für uns der ideale Partner für unsere Digitalstrategie und die Konsolidierung des Maklermarktes", sagt Grabmaier.

Im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE betont Grabmaier, für den neuen Investor sei JDC nicht in erster Linie ein Vertriebskanal. "Great-West sieht das Engagement bei JDC als strategische Beteiligung, nicht als Kooperation für den Produktvertrieb", so Grabmaier. "Canada Life ist in Zukunft eine Schwestergesellschaft, mit der wir sicherlich gut zusammenarbeiten werden. Es gibt aber keinen Vertrag, der uns verpflichten würde, Canada-Life-Policen zu vertreiben – unsere Plattform bleibt offen." Früher waren unter anderem der Versicherer Axa und die Banken Credit Suisse und Citigroup an dem Finanzdienstleister beteiligt gewesen.

Sparda-Bank nutzt JDC-Tools
Declan Bolger, Vorstand der irischen Holding-Gesellschaft, lobt in der Pressemitteilung die "hervorragende Technologie- und Digitalplattform" der JDC-Gruppe. "Wir lieben das Maklergeschäft und wollen Vermittlern künftig nicht nur exzellente Produkte, sondern auch digitale Vermarktungsmöglichkeiten bieten", so Bolger. "Die von JDC angebotene Versicherungsabwicklung für Dritte, wie zum Beispiel Banken, wird unsere Positionierung im Markt zudem mittelbar ergänzen."

Eine solche Kooperation gab JDC ebenfalls am Dienstag bekannt: Die zur Sparda-Bank Baden-Württemberg gehörende Sparda Versicherungsservice GmbH unterzeichnete einen Fünf-Jahres-Kooperationsvertrag mit der JDC-Tochter Jung DMS & Cie. Die SVS wird die JDC-App "Allesmeins" künftig in einer White-Label-Version nutzen und zudem Optimierungs- und Vergleichs-Tools der JDC-Tochter Geld.de nutzen. Der Maklerpool wickelt bereits das Versicherungsgeschäft des Lufthansa-Belegschaftsmaklers ab und kündigte eine Kooperation mit der Comdirect Bank an. (bm)