Dem CA-Immo-Aufsichtsrat Florian Koschat wurde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg auf der Hauptversammlung die Wiederwahl verweigert. Koschat, der im Hauptberuf die Finanzfirma Pallas Capital betreibt und seit 2016 im Kontrollgremium der CA Immo wirkt, sollte auf dem Aktionärstreffen am Donnerstag eigentlich wiederbestellt werden. Doch dann stellte Universitätsassistent Josef Baumüller, ein häufiger Gast auf österreichischen Hauptversammlungen, in der virtuell abgehaltenen Veranstaltung die Frage, ob Koschats Postings mit dem Verhaltenskodex der CA Immo vereinbar seien.

"Es finden sich unter anderem diskriminierende und herablassende Beiträge in seinem Feed", so Baumüller. "Frauen sind meist leicht bekleidet und nahezu immer in körperlichem Kontext bzw. objektiviert (mit 'Dekorationsfunktion') dargestellt."

Zahl der Aufsichtsräte reduziert
Auf Betreiben von Hauptaktionär Starwood Capital wurde kurzerhand die Tagesordnung ergänzt um den neuen Punkt "8S" zur Reduktion der Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder um eine Person. Dem wurde mit Starwoods Stimmen stattgegeben. Zur angesetzten Abstimmung über Koschats Kandidatur kam es dann nicht mehr.

Koschat reagierte laut Bloomberg nicht sofort auf E-Mails mit der Bitte um einen Kommentar. Auf der Hauptversammlung wurde nach Angaben von Teilnehmern eine Erklärung verlesen, in der Koschat sagte, die Postings seien nicht diskriminierend, auch wenn sie vielleicht polarisierend und direkt seien – so sei Social Media nun einmal. An die Verhaltensregeln der CA Immo habe er sich gehalten. Starwood reagierte nicht auf Anfragen. CA Immo bestätigte den Ablauf des Aktionärstreffens, wollte sich inhaltlich allerdings nicht zum Sachverhalt äußern. (Bloomberg/eml)