Die Deutsche Bank hat im Jahr 2016 aus einem Geschäft mit mehreren hundert amerikansichen Kommunalanleihen und Derivaten offenbar einen Verlust von 1,6 Milliarden US-Dollar erlitten. Neben der schieren Höhe des Verlustes aus nur einem einzigen Geschäft ist der Sachverhalt aus einem weiteren Grund brisant: Im Jahr 2014 hatte die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung durchgeführt, in den damaligen Angaben zum Unternehmen habe die Information über den drohenden Verlust aber gefehlt, berichten SZ und FAZ übereinstimmend mit Berufung auf das Wall Street Journal. Und das, obwohl Wirtschaftsprüfer bereits damals erhebliche Zweifel an dem 2007 gekauften Anleihen-Paket geäußert hatten. 

Falls sich der Verdacht erhärtet, könnten Aktionäre die Bank verklagen, so die SZ. Ein Sprecher der Bank habe das allerdings zurückgewiesen: Externe Anwälte und Wirtschaftsprüfer hätten die Transaktion bewertet und bestätigt, dass sie mit Prüfungsstandards und üblichen Verfahren übereinstimme. So oder so ist das Geschäft die teuerste verlorene Wette der Bank seit der Finanzkrise. Gegenpart des Deals war vor allem die Investmentgesellschaft von Börsenaltmeister Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Abschreibungen verweigert
Die Bank hatte das Paket aus 500 Kommunalanleihen 2007 vor der Finanzkrise für 7,8 Milliarden US-Dollar gekauft, in den folgenden Jahren hatten die Anleihen und damit zusammenhängende Derivate erheblich an Wert verloren. Die Deutsche-Bank-Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen hätten sich in den folgenden Jahren geweigert, Abschreibungen vorzunehmen, so die SZ. Erst nach und nach habe man auf Druck der Wirtschaftsprüfer Vorsorgen getroffen, bis Vorstandschef John Cryan das Paket im Sommer 2016 schließlich abgestoßen habe. (fp)