Die Fondseinheit der US-Großbank Goldman Sachs will ihr Geschäft mit börsengehandelten Fonds (ETFs) ausbauen und setzt dabei besonders auf aktive Strategien. Dies sagte Bryon Lake, Partner bei Goldman Sachs Asset Management, im Interview mit FONDS professionell, das in Ausgabe 2/2026 erschienen ist. Lake verantwortet die Transformation des Geschäfts des Hauses.

"Der ETF ist zunehmend das Format, mit dem Anleger Zugang zu börsennotierten Wertpapieren erlangen wollen", erläutert Lake. Dieser Trend manifestiere sich in nahezu jedem Land rund um die Welt. Der ETF-Mantel bringe Transparenz, Liquidität und Flexibilität mit sich und erlaube es Anlegern, ihr Portfolio effizienter zusammenzustellen. "Daher investieren wir massiv in unser ETF-Geschäft."

Streaming statt Schallplatte
Die Gefahr einer Kannibalisierung der herkömmlichen Publikumsfonds durch ETFs mag Lake nicht erkennen. Er verweist auf eine Parallele in der Musik. "Eine Band kann grandiose Lieder spielen, aber wenn sie diese nur auf Schallplatten verkauft, werden das allenfalls ein paar Liebhaber hören", so der Manager. "Laden die Künstler ihre Songs hingegen in ein Streaming-Portal hoch, erreichen sie viel mehr Menschen."


Zwischen welchen beiden Polen sich die Asset-Management-Branche bewegt, ob künstliche Intelligenz menschliche Beratung ersetzt und warum seine Verlobung Lake in die ETF-Branche führte, lesen Sie im vollständigen Interview, das in Heft 2/2026 erschienen ist. Den Artikel finden angemeldete Leser auch hier im E-Magazin.


"Genauso verhält es sich in der Investmentwelt", führt Lake aus. "ETFs sind das Format, das in jedes Portfolio passt. Wir liefern den Investmentmotor und bauen ihn in die Karosserie ein, die sich die Anleger wünschen." Auch einen Preis- und Margenverfall durch ETFs sieht Lake nicht heraufziehen. "Wir prüfen, welchen Mehrwert wir bieten, und stellen sicher, dass wir dafür einen fairen Preis verlangen."

Drei ETF-Wellen
Den Boom der ETFs sieht Lake zudem vor dem Eintritt in eine neue Phase. "Die erste Welle der Innovation waren passive ETFs", erläutert Lake. "Zur zweiten Welle zähle ich aktive Strategien. Die dritte Welle bilden Investmentansätze, die ein vorab festgelegtes Ergebnis abliefern, sogenannte Defined-Outcome- oder Buffer-Strategien." Goldman Sachs AM hatte zuletzt den US-Anbieter Innovator Capital Management übernommen, den größten Anbieter von Defined-Outcome-ETFs.

Um als Asset Manager die Umbrüche in der Branche meistern zu können, benötige es schließlich drei Dinge: "Erstens eine erstklassige Technologie, zweitens einzigartige Datensätze und drittens talentierte Menschen", erklärt Lake. "Diese drei Punkte bedingen einander." Die Technologie ermögliche die Analyse von Daten durch fähige Köpfe. "Das läuft auf eine mathematische Gleichung hinaus: Wenn man Technologie mit Daten multipliziert und dies exzellenten Mitarbeitern vorlegt, dann erzielen diese herausragende Ergebnisse." (ert)