Die Bilder wecken böse Erinnerungen an den Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise: Am vergangenen Wochenende bildeten sich in einigen Filialen der britischen Metro Bank in London lange Schlangen besorgter Kunden. Sie wollten offenbar ihr Geld abheben oder ihre Schließfächer leeren, berichtet das "Handelsblatt". Zuvor waren auf sozialen Medien Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Bank verbreitet worden.

Die Bank konnte die Kunden allerdings schnell wieder beruhigen, am Montag gab es keine neuen Schlangen, berichtet das Handelsblatt weiter. Und auch am Wochenende war das Phänomen lediglich auf eine Handvoll Filialen im Westen Londons beschränkt. Die Aktie der Metro Bank fiel am Montagmorgen trotzdem bis zu acht Prozent, bevor sie sich wieder erholte. 

Seit Jahresbeginn angeschlagen
Zweifel an der Finanzlage der Metro Bank gibt es schon länger. Das 2010 gegründete Geldhaus kämpft um seinen Ruf, seit es im Januar einen Bilanzierungsfehler einräumen musste: Die Rechnungslegungsabteilung hatte kommerzielle Immobilienkredite in Höhe von 1,7 Milliarden Pfund fälschlich als geringes Risiko eingestuft. Der Aktienkurs ist seit Bekanntgabe des Bilanzierungsfehlers um 75 Prozent eingebrochen, die Bank verlor 1,5 Milliarden Pfund an Börsenwert. Die von den Regulierern geforderte Neubewertung führt dazu, dass die Bank nun frisches Kapital braucht. (fp)