Die britische Neobank Revolut will in Deutschland ausbauen. Derzeit kommt Revolut in Deutschland auf rund 200 Mitarbeiter, davon sind 130 im Berliner Büro. "Ich glaube, dass wir zum Ende des Jahres deutlich über diesen Werten liegen werden", sagte Wiktor Stopa, Head of Growth in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), in einem Interview mit "Bloomberg". Es gebe keine Pläne, in Deutschland Mitarbeiter zu entlassen.

Derzeit hat Revolut rund zwei Dutzend Stellen mit möglichem Dienstort in Deutschland ausgeschrieben, darunter für den regulatorischen Bereich, Krypto, Software und Design. "In Berlin ist der Pool an Talenten groß – gerade auch in den letzten Monaten, in denen sich andere Fintechs in der Hauptstadt verkleinert haben", erklärte Stopa. In der Hauptstadt waren zuletzt bei mehreren Fintechs Jobs weggefallen, etwa beim Handybroker Trade Republic und der Digitalbank Nuri. Die neuen Mitarbeiter hierzulande sollen nicht nur für den deutschen Markt arbeiten, sondern teils auch europaweite Aufgaben übernehmen.

Vorbereitung für deutsche Bankniederlassung
Stopa zufolge laufen bei Revolut parallel die Vorbereitungen dafür, in den nächsten zwölf Monaten eine Bankniederlassung in Deutschland zu eröffnen und dann auch deutsche IBAN-Nummern anzubieten. Bisher nutzen die Kunden in Deutschland eine litauische IBAN. "Wir arbeiten intensiv an der deutschen Bankniederlassung", sagte Stopa. "Wir haben bereits erste dafür nötige Posten besetzt und sprechen auch mit den Aufsichtsbehörden."

Durch die deutschen IBAN-Nummern erhofft sich Revolut einen Wachstumsschub in Deutschland, wo das Unternehmen zuletzt auf über 500.000 Kunden kam. Diese werden dann möglicherweise ihr Revolut-Konto stärker als bisher als Hauptkonto nutzen, so das Kalkül.Stopa: "Deutschland ist für uns einer der wichtigsten Märkte und allein wegen seiner schieren Größe für uns so interessant. Wir wollen uns hier im Banking mehr vom Kuchen sichern." (fp/Bloomberg)