Der US-Fondsanbieter Blackrock hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch um 30 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal erlitten. Dies teilte die Gesellschaft mit. Der Reingewinn fiel auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz war lediglich um sechs Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zurückgegangen. Per Ende Juni verwaltete das Haus ein Vermögen von 8,49 Billionen Dollar – elf Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

"In der ersten Hälfte des Jahres 2022 herrschte ein Investmentklima, wie wir es seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben", kommentierte Vorstandschef Larry Fink die Ergebnisse. "Die Anleger sehen sich gleichzeitig mit hoher Inflation, steigenden Zinsen und dem schlechtesten Jahresbeginn für Aktien und Anleihen seit einem halben Jahrhundert konfrontiert." Dennoch betonte Firmengründer Fink: "Blackrock erzielte im zweiten Quartal Nettozuflüsse von 90 Milliarden Dollar, was einmal mehr unsere Fähigkeit unterstreicht, selbst unter schwierigsten Bedingungen ein für die Branche herausragendes organisches Wachstum zu erzielen."

ETFs als Stütze
Einmal mehr erwies sich das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) der Marke iShares als Stütze. In den drei Monaten flossen unter dem Strich 52,1 Milliarden Dollar in die passiven Produkte. Demgegenüber zogen vor allem Privatanleger Mittel ab, und zwar fast zehn Milliarden Dollar. Institutionelle Kunden steckten hingegen 26,5 Milliarden Dollar in die Blackrock-Vehikel. Daneben wiesen kurzfristige Anlagen wie Geldmarktfonds ein Nettomittelaufkommen von 21,2 Milliarden Dollar auf.

Schlüsselt man die langfristigen Strategien nach aktivem und passivem Stil auf, verloren die aktiven Vertreter 10,4 Milliarden Dollar. ETFs und anderen Indexfonds hingegen strömten unter dem Strich 79 Milliarden Dollar zu. Mit der Entwicklung verfestigt sich die Bedeutung der passiven Investmentvehikel für den Konzern. So kletterte der Anteil von ETFs und Indexfonds am gesamten, von Blackrock verwalteten Vermögen auf 65 Prozent. Auf aktive Strategien entfallen nur noch 26 Prozent, der Rest entfällt auf Geldmarktfonds.

Die Blackrock-Aktie rutschte im vorbörslichen Handel in New York mehr als ein Prozent ins Minus auf rund 580 Dollar. Trotz des Dämpfers zeigte sich Blackrock-Chef Fink kämpferisch: "Im Laufe von 34 Jahren hat Blackrock zahlreiche Zeiten der Schwankungen und Unsicherheiten erlebt, und Blackrock ist gestärkt daraus hervorgegangen." (ert)