Die Handelsfinanzierung gehört zu den ersten Feldern, in denen die Banken die Blockchain testen. Nun hat die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) einen Fortschritt verkündet. Sie hat gemeinsam mit dem deutschen S-Servicepartner (ein Marktfolge-Servicierer der Sparkassengruppe) und der Sparkasse Bielefeld einen Handel im Pharmabereich über die Blockchain abgewickelt, wie es in einer Aussendung heißt. Die Erkenntnisse daraus werden darin allerdings nicht mitgeteilt.

Grundlage des Trades war ein Geschäft zwischen der deutschen Arzneimittelfirma Dr. August Wolff GmbH & Co. KG und deren österreichischem Geschäftspartner s.a.m. Pharma Handel GmbH. Die Transaktion wurde auf der Marco-Polo-Plattform durchgeführt, bei der auch etliche andere Vermögensverwalter, Banken und Finanzdienstleister Mitglieder sind. Die RBI sei die erste österreichische Bank, die auf dieser Drehscheibe eine Pilottransaktion abgewickelt habe, heißt es.

Netzwerk für Handelspartner
Das Marco-Polo-Netzwerk verbindet Banken, Unternehmen und Drittdienstleister durch verschiedene technische Maßnahmen – zum Beispiel Cloud-Anwendungen, IT-Schnittstellen (API) aber eben auch die Blockchain. Ziel ist es, dass die Partner Informationen direkt und nahtlos untereinander austauschen können, beziehungsweise, dass im Hintergrund automatisierte Prozesse (zum Beispiel die Übermittlung von Bestätigungen oder Rechnungen) das Geschäft abwickeln.

Das generelle Hoffnungs-Prinzip hinter Blockchain-Anwendungen in der Handelsfinanzierung ist, dass kostspielige Prozesse, die mitunter Stunden oder Tage dauern, auf wenige Sekunden verkürzt werden. Auf dem globalen Markt der Handelsfinanzierung, der von Marco Polo auf acht Billionen US-Dollar beziffert wird, sind laut Angaben der Plattform noch immer antiquierte Softwaremodelle im Einsatz, beziehungsweise wird noch viel Papier herumgeschcikt. Technisch nutzt Marco Polo die R3-Corda-Blockchain-Technologie, an deren Entwicklung ebenfalls mehrere internationale Banken beteiligt sind. (eml)