Der Asset Manager Blackrock hat im zweiten Quartal trotz eines abflauenden Mittelaufkommens Umsatz und Gewinn gesteigert, teilte die Gesellschaft mit. So warb das weltgrößte Investmenthaus im zweiten Quartal unter dem Strich rund 20 Milliarden Dollar bei Anlegern ein, im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 100 Milliarden Dollar gewesen. In den ersten drei Monaten 2018 hatte der Branchenprimus immerhin noch ein Mittelaufkommen von fast 57 Milliarden Dollar verzeichnet.

Dennoch steigerte der Fondsanbieter in den drei Monaten per Ende Juni den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte gar um 26 Prozent auf mehr als eine Milliarde Dollar. Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge verbesserte sich von 43,9 auf 45,2 Prozent.

Wachstum flaut ab
Die nachlassende Nachfrage bekam der Fondsriese in nahezu allen Bereichen zu spüren. Sogar im lange Zeit boomenden Segment für börsengehandelte Indexfonds (ETFs) schwollen die Mittelzuflüsse ab. Hatte die Tochter iShares zu Jahresbeginn noch 34,6 Milliarden Dollar abgesetzt, waren es im zweiten Quartal noch 14 Milliarden. Bei aktiven Retailfonds ging das Aufkommen sogar rapide von 16,7 auf 5,5 Milliarden Dollar zurück. Echte Abflüsse musste das Haus indes bei Indexfonds für institutionelle Investoren hinnehmen. Diese zogen unter dem Strich 13,5 Milliarden Dollar aus den passiven Portfolios ab.

"Das Wachstum in der gesamten Branche flaute wegen der Verunsicherung der Investoren durch das Börsenumfeld ab", sagte Blackrock-Chef Larry Fink der Mitteilung zufolge. "Dennoch pflegen wir mit unseren Kunden weiterhin stabile Beziehungen", kommentierte Fink das Ergebnis. Die Gesellschaft verwaltete per Ende Juni weltweit ein Vermögen von 6,2 Billionen Dollar.

Macht Blackrock auf Bitcoin?
Einem Medienbericht zufolge prüft das Investmenthaus zudem, ob sich Profit aus dem Boom der Kryptowährungen schlagen lässt. Dem Branchendienst "Financial News" zufolge richtete die Gesellschaft eine Arbeitsgruppe in. Diese soll eruieren, ob Blackrock in Bitcoin & Co. investieren soll oder nicht. Fink hatte erst kürzlich diese Währungen noch als "bloße Spekulation" abgetan.

Eine Sprecherin verwies gegenüber dem Newsletter lediglich darauf, dass Blackrock schon seit geraumer Zeit die diesen Währungen zugrundeliegende Blockchain-Technologie prüfe, ging jedoch nicht genauer auf Kryptowährungen ein. An den Handelsplätzen entfachte die Meldung schier überschwängliche Freude: Der Bitcoin-Kurs kletterte um drei Prozent. (ert)