Der weltgrößte Fondsanbieter Blackrock erweitert die Abstimmungsmöglichkeiten seiner Kunden auf den Hauptversammlungen von Unternehmen. Dies kündigte Blackrock-Chef Larry Fink in einem Brief an, der FONDS professionell ONLINE vorliegt. Demnach soll das vor einem Jahr gestartete Blackrock-Voting-Choice-Programm ausgebaut werden. Dafür entwickelte der Branchenprimus ein Verfahren, über das seine Kunden selbst wählen können, wie ihre Stimmen auf den Aktionärsversammlungen der Unternehmen abgegeben werden.

Bislang entscheiden meist die Asset Manager stellvertretend für die Kunden ihrer Fonds, wie sie die Stimmrechte ausüben. Damit haben Fondsanleger praktisch kaum eine Mitsprache darüber, wie die Stimmrechte aus den Aktien, die sie über ihre Fondsanteile halten, ausgeübt werden. Die meisten Asset Manager gaben sich allerdings Richtlinien für ihr Abstimmungsverhalten auf Hauptversammlungen.

Zugang ausbauen
Blackrock hatte mit seinem Programm jedoch institutionellen Kunden wie Versicherungen, Pensionsfonds oder Stiftungen ermöglicht, sich an der Stimmrechtsausübung zu beteiligen. Die Möglichkeit stand bislang Kunden des Index-Aktiengeschäfts offen. Ein verwaltetes Vermögen in Höhe von 1,8 Billionen US-Dollar ist berechtigt, an dem Verfahren teilzunehmen. Dies entspricht der Hälfte des Index-Aktiengeschäfts. Bisher stimmten Kunden für 25 Prozent des Geldes, für das eine Teilnahme am Voting-Choice-Programm möglich ist, selbst ab.

"Wir bauen Voting Choice nun weiter aus, indem wir den Pool der teilnahmeberechtigten Kundengelder vergrößern, die Palette der Abstimmungsrichtlinien, aus denen die Kunden wählen können, ausbauen und daran arbeiten, diese Möglichkeit auch Einzelanlegern in ausgewählten Investmentfonds in Großbritannien zugänglich zu machen", teilte der Konzern mit. "Ich hoffe, dass in Zukunft alle Anleger – letztlich auch Privatanleger – Zugang zu Wahlmöglichkeiten bei der Stimmrechtsabgabe haben, wenn sie dies wünschen", so Blackrock-Chef Fink in seinem Brief. (ert)