Bitpanda hat Ende März von der FMA eine Konzession für mehrere Zahlungsdienstleistungen erhalten. Es handle sich um eine "Konzession als Zahlungsinstitut gemäß europäischen Bestimmungen (PSD2)", wie das Wiener Fintech heute in einer Aussendung mitteilt.

Überall Bezahlen
Die Plattform, auf der derzeit Kryptowährungen ge- und verkauft werden können arbeitet daran, dass Kunden mit digitalen Assets "überall" bezahlen können, wie Lukas Enzersdorfer-Konrad, einer der Geschäftsführer erklärt. Er war ehemals für Digitalisierung und Innovation innerhalb der Raiffeisen Bankengruppe verantwortlich und kommt damit ebenso aus der "Old-Economy" wie Co-Geschäftsführer und Ex-WKÖ-Finanzdienstleister-Geschäftsführer Philipp Bohrn. "Unser Ziel ist es, die Lücke zwischen der modernen und traditionellen Finanzwelt zu schließen", sagt Bohrn.

Bitpanda sei "eines der wenigen europäischen Kryptowährungs-Fintechs" mit einer solchen Lizenz, so CEO Eric Demuth, einer der Unternehmensgründer. Die Vision sei "eine offene, innovative Investment-Plattform zu bauen".

Die Konzession habe man innert fünf Monaten erhalten. Wie die Services genau aussehen, wurde nicht bekannt gegeben. Man werde in den kommenden Monaten neue Produkte bekannt geben.

PSD2: Ab Herbst ist der Weg frei für Drittanbieter
Die Lizenz erlaubt es Bitpanda auch, im Rahmen der EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD 2) an die Zahlungskonten bei Banken anzudocken. Ab Herbst 2019 müssen die kontoführende Institute Drittanbietern endgültig den technischen Zugang zu den von ihnen geführten Zahlungskonten ermöglichen. Institutsfremde Zahlungsauslösedienste und Kontoinformationsdienste erhalten dann Zugang zu den Konten (wenn die Kunden das wollen) und können darauf basierend ihre eigenen Services anbieten.

Konkret hat Bitpanda laut FMA eine Konzession für das Zahlungsgeschäft gemäß § 1 Abs. 2 Z 3 ZaDiG 2018, für das Finanztransfergeschäft gemäß § 1 Abs. 2 Z 6 ZaDiG 2018 sowie für die Erbringung von Zahlungsauslösediensten gem. § 1 Abs. 2 Z 7 ZaDiG 2018 erhalten. Interessant wird, wie sich gegenüber solchen Services dann die Banken verhalten, die Zahlungsströmen aus Kryptowährungsgeschäften zumeist skeptisch gegenüberstehen.

Über Bitpanda
Das Unternehmen wurde 2014 in Wien von Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer gegründet und sieht sich als Europas führende Handelsplattform für den Kauf und Verkauf von digitalen Assets wie Bitcoin. Bitpanda hat nach Eigenangaben rund eine Million Nutzer und mehr als 100 Mitarbeiter. (eml)