Die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verhängten Wirtschaftssanktionen haben die deutsche VTB-Tochter ins Trudeln gebracht, verkomplizieren aber auch die Lösung der misslichen Situation. Ein Verkauf sei nicht die einzige Option, könne aber kurzfristig vereinbart werden, berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Die Presseabteilung der VTB reagierte nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur. Eine Sprecherin der Bafin lehnte eine Stellungnahme ab. Die deutsche Finanzaufsicht hatte zuvor erklärt, dass sie die VTB Europe genau beobachte und täglich Informationen erhalte.

Sberbank-Kollaps als mahnendes Beispiel
Sanktionen haben russische Banken vom internationalen Finanzmarkt weitgehend isoliert und bereits zum Kollaps der in Wien ansässigen Europatochter der Sberbank geführt. Ein ähnliches Schicksal der VTB Europe würde die deutschen Banken mit Kosten für die Entschädigung der zahlreichen heimischen Sparer belasten. Die Bank und die Aufsicht bemühen sich, eine Übernahme so zu strukturieren, dass der Käufer nicht mit den Sanktionen konfrontiert wird. Sie erörtern auch die Option, russische und europäische Vermögenswerte mit der Mutterbank zu tauschen. Doch auch das könnte sich wegen der Sanktionen als schwierig erweisen. (mb)