Bericht: Allianz GI greift nach Vermögensverwalter in Singapur
Die Fondstochter des Versicherungsriesen Allianz schaut sich nach Übernahmekandidaten um. Einem Bericht zufolge verhandelt das Haus nun über den Kauf eines Asset Managers aus Singapur. Das wäre nicht der einzige angedachte Deal.
Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors befindet sich angeblich in exklusiven Gesprächen über den Kauf der Vermögensverwaltungssparte der United Overseas Bank (UOB). Dies berichtet der Finanznachrichtendienst "Bloomberg" und beruft sich auf Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen.
Allianz GI habe sich im Bieterwettstreit gegen Konkurrenten durchgesetzt und gelte als wahrscheinlichster Käufer von UOB Asset Management, sagten die Personen. Derzeit würden die Details einer Transaktion ausgearbeitet, deren Wert sich auf bis zu 600 Millionen Singapur-Dollar (402 Millionen Euro) belaufen könnte. Die Personen wollten wegen der Vertraulichkeit der Gespräche nicht namentlich genannt werden.
Entscheidung noch nicht gefallen
Die Verhandlungen dauerten an, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, hieß es weiter. Ein Vertreter von Allianz GI lehnte eine Stellungnahme ab. Die UOB erklärte, das Institut konzentriere sich darauf, langfristigen Wert für die Aktionäre zu schaffen und die Bedürfnisse seiner Kunden zu erfüllen, wollte sich darüber hinaus jedoch nicht äußern. Der Chef von Allianz GI, Tobias Pross, hatte sich vor einem Jahr offen für Übernahmen gezeigt. Das Haus hat sich zudem an Chinas Rentenversicherung beteiligt. Zudem gab es Berichte über Kaufverhandlungen in Dänemark.
UOB prüft offenbar seit Längerem Optionen für die Vermögensverwaltungstochter, darunter auch einen möglichen Verkauf, um das eigene Portfolio zu straffen. Dies war bereits im Dezember bekannt geworden. Zu den weiteren Bietern für die Einheit gehörten den Angaben zufolge der französische Fondsriese Amundi, KKR & Co. sowie Seviora, die Asset-Management-Einheit der staatlichen Investmentgesellschaft Temasek aus Singapur. Ein zentraler Punkt der Verhandlungen sei gewesen, in welchem Umfang das Vertriebsnetz von UOB in Südostasien Teil der Transaktion wird.
Über Singapur hinaus
Die 1986 gegründete und vollständig zur UOB gehörende Tochtergesellschaft verwaltet ein Vermögen von mehr als 41 Milliarden Singapur-Dollar. Neben Singapur verfügt das Unternehmen über Niederlassungen in Brunei, Indonesien, Japan, Malaysia, Thailand und Vietnam. Allianz GI verwaltete Ende März Vermögen im Wert von nahezu 600 Milliarden Euro. Dazu zählen Aktien-, Anleihen-, Private-Market- und Multi-Asset-Strategien. Das Unternehmen gehört dem deutschen Versicherer Allianz, der auch Eigentümer des Anleihenmanagers Pacific Investment Management (Pimco) ist. (Bloomberg/ert)















