Berenberg: Ex-Chef gibt Bankanteile ab
Das von der Bafin ausgelöste Beben bei der Hamburger Privatbank zieht weitere Folgen nach sich. Der ehemalige Institutsleiter und Mitgesellschafter Hendrik Riehmer zählt nicht mehr zu den Eignern. Die Berenberg-Familie sowie ein hanseatischer Schifffahrtskonzern springen stattdessen ein.
Die Schifffahrtsgesellschaft Döhle Gruppe übernimmt Anteile von Ex-Chef Hendrik Riehmer an der Hamburger Privatbank Berenberg. Dies teilte das hanseatische Traditionsinstitut mit. Demnach hält die Unternehmensgruppe damit fast zehn Prozent an dem Geldhaus. Zudem habe die Familie Berenberg die weiteren Anteile Riehmers in Höhe von rund einem Prozent übernommen. Der frühere Institutsleiter halte damit keine Firmenanteile mehr.
Riehmer war im Juni zusammen mit zwei weiteren Geschäftsleitern der Bank von der deutschen Finanzaufsicht Bafin durch Sondergesandte ersetzt worden. Das Institut räumte Fehler bei der Bilanzierung ein. Riehmer und die persönlich haftenden Gesellschafter David Mortlock und Christian Kühn wurden in dem beispiellosen Schritt der Aufsicht gegen den früheren Berenberg-Chef Hans-Walter Peters sowie den einstigen Degussa-Bank-Vorstand Michael Horf ausgetauscht. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge wehrt sich Riehmer gegen die Maßnahmen der Bafin.
Stillschweigen zum Preis
Zu welchem Kaufpreis die Döhle Gruppe und die Familie Berenberg die Anteile erhalten, darüber vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Für die Schifffahrtsgesellschaft handele es sich um eine reine Finanzbeteiligung. Die Gruppe werde keinen Einblick in das Kundengeschäft erhalten, versichert die Bank in der Mitteilung. "Die Döhle Gruppe ist ein hanseatisches Schifffahrts- und Kaufmannshaus im besten Sinne", lässt sich Berenberg-Chef Peters in der Mitteilung zitieren. "Die Gesellschafter freuen sich, einen solchen Partner in ihrem Kreis zu haben."
Die Eigentümerstruktur gibt die Bank nun folgendermaßen an: Rund 32 Prozent entfallen auf die Familie Berenberg, 21 Prozent auf die PetRie Beteiligungsgesellschaft, in welcher Anteile von Peters und nunmehr der Döhle Gruppe gebündelt sind, jeweils 14,25 Prozent liegen bei Christian Fürst zu Fürstenberg und Jan Philipp Reemtsma, die Compagnie du Bois Sauvage halte 11,4 Prozent. Auf Mortlock, Kühn und ehemalige persönlich haftende Gesellschafter entfallen fast sieben Prozent. (ert)















