Berenberg baut um: Vermögensverwaltung untergerührt, Chef geht
Die traditionsreiche Hamburger Privatbank krempelt ihre Aufstellung um. Künftig soll es nur noch zwei Hauptgeschäftsbereiche geben. Das Wealth und das Asset Management werden mit der Unternehmensbank vermischt. Mehrere Abgänge hatten einen umfassenden Umbau bereits angedeutet.
Die Privatbank Berenberg baut ihre Struktur um und kappt die Zahl der Geschäftsbereiche von drei auf nur noch zwei. So soll es neben der Investmentbank künftig lediglich noch einen weiteren Zentralbereich geben, in dem die Unternehmensbank mit dem Wealth und dem Asset Management zusammengefasst ist. Dieser Bereich firmiert als "Corporate, Wealth and Asset Management", wie die Hamburger Privatbank mitteilte.
Im Zuge des Umbaus werde Klaus Naeve, bisher Leiter des Wealth und Asset Managements und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung, die Bank verlassen, "um sich eine neue Herausforderung zu suchen", so die Formulierung in der Mitteilung. Die Leitung des neu zusammengefassten Bereichs übernimmt Frederik Gottlob. Dieser war jüngst zum Leiter des Corporate Banking aufgestiegen.
Abgänge von Schlüsselfiguren
Die Investmentbank soll unverändert Laura Janssens steuern. Gottlob und Janssens sollen zum 1. Januar 2026 in die erweiterte Geschäftsleitung des hanseatischen Instituts einziehen. Das Wealth Management wiederum lenkt Sven Friske. Er soll der Bank zufolge den Ausbau des Privatkundengeschäfts verantworten und berichtet an Gottlob. Friske war erst im April von der Schweizer Privatbank Julius Bär zu Berenberg gestoßen. Eine Führungsposition für das Asset Management nannte das Institut nicht.
Dass die Privatbank ihre Strukturen umkrempelt, ließ sich angesichts der Abgänge einiger Schlüsselfiguren erahnen. So hatte im September 2025 Matthias Born die Privatbank verlassen. Er war Investmentchef im Wealth und Asset Management gewesen. Mitte November hatte dann Chefstratege Bernd Meyer seinen Hut genommen. Kurz darauf trennten sich auch die Wege von Berenberg und der langjährigen Nachhaltigkeitschefin des Wealth and Asset Managements, Rupini Deepa Sobottka, wie FONDS professionell erfuhr.
"Effizienter verzahnen"
"Mit der künftigen Struktur aus einem neugeschaffenen Zentralbereich 'Corporate, Wealth and Asset Management' neben der bisherigen 'Investment Bank' können wir unsere vielfältigen Services und Produkte für vermögende Privatanleger, Institutionen, Family Offices sowie die verschiedensten Arten von Unternehmen noch effizienter verzahnen", begründet Hendrik Riehmer, persönlich haftender Gesellschafter von Berenberg, den Umbau.
In beiden Zentralbereichen werden jeweils rund 400 Mitarbeiter tätig sein, heißt es in der Mitteilung weiter. Insgesamt beschäftige die Berenberg-Gruppe derzeit rund 1.580 Mitarbeiter. Das Traditionshaus hatte im September seinen Standort an der Binnenalster aufgegeben und war in die Hamburger City Nord umgezogen. (ert)















