Die Hamburger Privatbank Berenberg erweitert ihre US-Präsenz deutlich. Mit der Verdopplung der Flächen in einem Wolkenkratzer zwischen der 49. und 50. Straße in Manhattan ging auch eine Verlängerung des Mietvertrags um 15 Jahre einher, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" von Berenberg erfuhr. Die Bank beschäftigt in New York derzeit 138 Mitarbeiter, 26 mehr als noch zu Beginn des Jahres. Ende 2019 waren es 77, Ende 2016 nur 45.

"Das Geschäft läuft sehr erfolgreich, unsere Dienstleistungen sowohl im Research als auch im Handel werden stark nachgefragt", sagte ein Sprecher. In diesem Jahr habe Berenberg 17 Equity-Capital-Markets-Transaktionen in den USA durchgeführt, nach zwölf im Jahr 2020. Parallel sei die Anzahl der abgedeckten US-Unternehmen seit Jahresbeginn von 258 auf 337 gestiegen. "Wir stellen weiter ein und wollen insbesondere Research und Investmentbanking ausbauen", so der Sprecher.

Gegen den Branchentrend
Der Ausbau der Bürofläche läuft gegen den Branchentrend. Angesichts der verstärkten Nutzung von Homeoffice nach der Pandemie und des Abbaus von Arbeitsplätzen planen viele andere deutsche Banken gerade, sich von Flächen zu trennen, um Geld zu sparen. So will sich die NordLB von sieben Gebäuden in Hannover trennen, darunter auch ihre ehemalige Zentrale. Die Deutsche Bank gibt mehrere Stockwerke in einem ihrer Gebäude in Hameln auf. HSBC Trinkaus und Burkardt will Ende dieses Jahres in Düsseldorf rund 55 Prozent weniger Bürofläche belegen als noch Anfang 2020. Und die DZ Bank denkt darüber nach, in Frankfurt verstreute Tochterfirmen in ihren beiden Bürotürmen zusammenzuziehen.

Bei Berenberg war der Gewinn im vergangenen Jahr um gut drei Viertel auf 108,2 Millionen Euro gestiegen. Das Unternehmen profitierte unter anderem von den stärkeren Handelsaktivitäten in der Coronakrise. (mb/Bloomberg)