Im Herbst des Vorjahres kündigte die Bawag PSK rund um ihren Börsegang die Vertriebskooperation mit der Post AG auf. Die Zusammenarbeit hätte damit vertraglich erst Ende 2020 geendet. Aus der heute vorgelegten Präsentation zum vierten Quartal 2017 geht aber hervor, dass die Bank ihren Post-Partner schneller loswerden will.

Demnach wird ein Einmaleffekt von 110 Millionen für die Beendigung der Kooperation bereits im Jahr 2017 vollständig verbucht. Es handelt sich um eine "vereinbarte Einmalzahlung zur Deckung der Kosten für die Kooperation in den nächsten zwei Jahren sowie damit in Zusammenhang stehende Restrukturierungsrückstellungen".

Streit um das Geld
Post und Bawag betreiben über 430 Filialen gemeinsam, davon stammen nur gut 70 von der Bawag. Die Bawag vertrieb über die Post ihre Bankprodukt. Doch seit Jahren gab es Unzufriedenheit: Die Bank erfüllte nicht die vollen Standortversprechen, und es gab Streit über die Provisionen, die die Bawag an die Post zahlen musste. Zum Börsegang der Bawag PSK im Herbst wurde bekannt, dass Post und Bawag vor einem Schiedsgericht über Nachzahlungen streiten, die die Bank bis zu 126,5 Millionen Euro kosten könnten.

Die teilstaatliche Post sucht indes einen neuen Bankpartner. Auch neue Geschäftslokale für eigene Standorte werden per Inserat gesucht. Im Oktober hatte ein Postsprecher gegenüber FONDS professionell ONLINE gesagt, man wolle weiter Finanzdienstleistungen in den Filialen erbringen. Den 300 Mitarbeitern, die an die Bawag PSK verleast sind, versicherte man, dass sie weiter gebraucht werden. Als mögliche Kooperationspartner tauchen in Medien wiederholt die Namen Santander, Commerzbank oder deutsche Postbank auf.

Für die Bawag PSK war 2017 zumindest vor Steuern ein Rekordjahr - Der Vorsteuergewinn lag bei 517 Millionen Euro, das sind zwölf Prozent mehr als im Jahr davor. Netto stand 466,6 Millionen Euro hingegen ein Minus von 6,8 Prozent zu Buche. (eml)