Der Depfa-Eigentümer, die Abbaubank FMS Wertmanagement, verhandele derzeit mit der in Wien börsennotierten Bank Bawag über die endgültigen Bedingungen eines Verkaufs, sagten Personen, die mit der Transaktion vertraut sind. Noch sei keine endgültige Einigung erzielt worden. Auch könnten andere Bieter den Verkaufsprozess noch für sich entscheiden.

Depfa war die irische Tochter der Hypo Real Estate, die sie 2007 für mehr als fünf Milliarden Euro übernommen hatte. Als die Finanzkrise 2008 über die Bank hereinbrach, war Depfa nicht in der Lage, kurzfristige Finanzmittel zu beschaffen, was die Hypo Real Estate zu einer Rettungsaktion zwang.

Deal wäre größte Übernahme seit Südwestbank für die Bawag
Für die Bawag wäre die Depfa (Bilanzsumme 6,9 Milliarden Euro per Ende 2019) die größte Übernahme seit der Südwestbank AG, die die Wiener 2017 gekauft hatten. Die frühere Gewerkschaftsbank sucht seit ihrem Börsengang im selben Jahr nach geeigneten Übernahmezielen und hatte angesichts fehlender Opportunitäten bereits angefangen, Kapital an die Aktionäre auszuzahlen. Am Dienstag meldete die Bawag, dass derzeit 360 Million Euro Überschusskapital für Käufe frei sind.

Mit der Depfa würde die Bawag eine Bank kaufen, die nach jahrelanger Bilanzverkürzung durch die FMS über extrem geringe Kreditrisiken und ein sicheres Abbauportfolio verfügt. Attraktiv an der Depfa ist ihr Überschusskapital, das zu einem späteren Zeitpunkt freigeben werden könnte und jetzt mit einem Rabatt zu haben ist.

Weitere Interessenten
Als Interessenten seien in einem früheren Stadium auch die Kommunalkredit Austria AG und die Landesbank Baden-Württemberg aufgetreten, sagten die Personen gegenüber Bloomberg. Vertreter von FMS und Bawag lehnten Stellungnahmen ab, Kommunalkredit und LBBW ebenso. (eml)