Cerberus hat in der Nacht zum 1. November rund 13,5 Millionen Aktien an der Bawag PSK verkauft. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der US-Finanzinvestor, der sich anscheinend schrittweise aus der Bank verabschiedet, besitzt damit noch 12,2 Prozent an der viertgrößten österreichischen Bank.

Der seit einem Rekordtief im August sich beständig erholende Aktienkurs geriet bereits am Tag vor dem offiziellen Bekanntwerden des Verkaufs stark unter Druck. Cerberus hat das Paket zu nur 35 Euro verkauft, was ein deutlicher Abschlag zu den rund 39 Euro ist, die die Aktie am vergangenen Mittwoch noch erreicht hat. Der Investor hat damit offenbar einen saftigen Rabatt akzeptiert, um das Paket schnell zu veräußern.  

Zweiter Großverkauf innerhalb eines Jahres
Cerberus hat diesmal rund 470 Millionen Euro eingenommen. Der Bawag-Aktienpreis musste heuer bereits sehr starke Kursverluste hinnehmen, als Cerberus im Mai mit einem ebenfalls unter Börsenwert verkauften Paket 350 Millionen Euro erlöst hatte. Bis August war der Kurs der Aktie, die erst im Herbst 2017 mit einem Preis von 48 Euro an den Markt gebracht worden war, auf ein Rekordtief von 32 Euro abgesackt.

Der US-amerikanische Finanzinvestor hat die durch Karibik-Spekulationen in Schieflage geratene Bawag im Jahr 2006 vom österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) übernommen. Ein Teil davon ging 2012 an den US-Finanzinvestor Golden Tree, der 25,7 Prozent an der Bank hält. (eml)