Das Investmenthaus Bantleon stellt seine Beteiligung an dem Technologieunternehmen LPKF Laser & Electronics zum Verkauf. Die Fondsgesellschaft mit Stammsitz in Hannover beendet damit ihr Engagement in der Technologiebranchen. Bantleon wolle sich "künftig wieder ausschließlich auf seinen Kernbereich, das institutionelle Asset Management, konzentrieren", heißt es in einer Mitteilung. Das Haus hält über seine Beteiligungstochter German Technology AG 18,2 Prozent der Anteile an der im SDax notierten LPKF. Weitere 10,4 Prozent liegen bei dem Gründer und Eigentümer des Asset Managers, Jörg Bantleon.

Der 1991 als Bondboutique gegründete Asset Manager war auch aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds in andere Bereiche expandiert. So gründeten die Hannoveraner 2017 die German Technology, die sich bei börsennotierten, mittelständischen Technologieunternehmen engagieren und als aktiver Investor die Beteiligungen weiterentwickeln sollte. Bantleon legte passend dazu einen Publikumsfonds mit Schwerpunkt auf Technologietitel auf, den Bantleon Select Global Technology. Zudem gründete das Haus eigens einen Expertenrat. Fonds und Beirat wurden Anfang 2020 allerdings aufgelöst. Der Publikumsfonds sammelte nicht genug Volumen ein.

Optionen prüfen
Den geplanten Ausstieg bei LPKF begründet Bantleon-Vorstand Jörg Schubert damit, dass der Lasertechnik-Konzern wieder ein deutliches Umsatz- und Ertragswachstum erzielt habe. "Wir haben LPKF auf dem Weg zu einem wieder wachsenden Technologieunternehmen unterstützt", erläutert Schubert. "Wir sehen uns nicht als langfristiger Begleiter für Industrieunternehmen." Daher sei eine Investmentbank beauftragt worden, verschiedene Optionen zu prüfen. Neben einem Verkauf der Anteile an der Börse würden auch Gespräche mit einem "strategischen amerikanischen Investor aus einem benachbarten Technologiesegment" geführt, so Schubert. Weitere Details nennt das Haus nicht.

Der Anteil an LPFK war das einzige Engagement der Bantleon-Tochter German Technology in dem Industriesegment. Ein institutioneller Spezialfonds war in weitere Tech-Firmen investiert. Ob die Beteiligungsgesellschaft nunmehr aufgegeben wird, ist noch nicht entschieden. "Inwiefern diese Entscheidung die German Technology AG betrifft, ist derzeit offen", teilte der Asset Manager auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE mit. Bantleon konzentriere sich bei Beteiligungen vor allem auf die Finanzbranche. (ert)