Die Postfinance, eine Tochtergesellschaft der staatlichen Schweizer Post, hat insgesamt 2,7 Millionen Kunden. Schön für sie, zumal sogar 700.000 von ihnen auch die App des Geldinstituts regelmäßig verwenden. Und die sind extrem unzufrieden, oder besser formuliert: Sie war es bis vor kurzem. Die negativen Bewertungen in den App-Stores von Google und Apple sind zahlreich und verheerend, berichtet die "Neue Züricher Zeitung" (NZZ). Ursache für den Groll ist ein Update, mit dem vieles hätte besser werden sollen.

Bemängelt werden unterschiedlichste Neu-Anwendungen der App: Überweisungen ins Ausland seien nun nicht mehr möglich, Zahlungsempfänger können nicht mehr als Standard-Vorlage gespeichert werden. Und: Die Postfinance-App funktioniert auf älteren Geräten schlichtweg nicht. Auf Apples iPhones wird beispielsweise mindestens die IOS-Version 13.3 vorausgesetzt. 

Auch die Fachzeitschrift "PC-Tipp" kritisiert die Anwendung und schreibt: "Die Postfinance hat eine halbfertige, nicht durchdachte App auf ihre Nutzer losgelassen." Bei der Bank selbst zeigt man sich zumindest teilweise einsichtig. Die Postfinance verspricht, mit mehreren Nachbesserungen eine Vielzahl von weiteren Funktionen bis im Herbst einzuführen und dabei die Rückmeldungen der Kunden zu berücksichtigen. Erste Anpassungen werden Anfang Juni vorgenommen, berichtet die NZZ. "Wir müssen jedoch unterscheiden zwischen der Kritik am neuen Design beziehungsweise an der teilweise neuen Nutzerführung und der Kritik an vermeintlich in der App fehlenden Funktionen", sagt eine Sprecherin gegenüber der Zeitung. Es brauche zu Beginn Zeit, um sich an das neue Erscheinungsbild zu gewöhnen.

Banken tun sich schwer
Mit der Digitalisierung tut sich nicht nur die Postfinance schwer. Auch die App TEO, ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Sparda-Banken, hatte zuletzt für Unmut gesorgt. Zum einen aufgrund technischer Probleme bei der Installation und dem anschließend problematischen Zugriff auf Konten. Zum anderen, weil der Datenschutz zu wünschen übrig lässt: Die Stiftung Warentest kam zu dem Schluss, dass sowohl TEO als auch die dazugehörige Internetseite nicht datenschutzkonform sind. (fp)