Seit 1967 ist das Bankhaus Krentschker im Eigentum der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG, nun soll das traditionsreiche Institut mit der Mutter fusioniert werden. Dieser Entscheidung ist laut Steiermärkische-Vorstandschef Gerhard Fabisch ein längerer Analyseprozess vorausgegangen. Am Ende ist man zum Schluss gekommen, dass eine Fusion sowohl auf Kundenseite als auch auf struktureller Ebene mehr Vorteile bietet.

Den 14.000 Krentschker-Kunden könne man laut Fabisch mit den 123 Filialen der Steiermärkischen, den gut ausgebauten digitalen Bankangeboten sowie auf Ebene des Finanzierungsgeschäfts einiges bieten. Mit ein Grund für die Fusion dürfte auch die kurz bevorstehende Pensionierung des aktuellen Vorstandsvorsitzenden Georg Wolf-Schönach gespielt haben. 

Allerdings betont Fabisch gegenüber FONDS professionell, dass laufend darüber nachgedacht wird, wie das Geschäft ausgebaut und verbessert werden kann. So wurde etwa erst kürzlich in Nordmazedonien zugekauft. Die Übernahme von 91,57 Prozent der "Ohridska Banka Societe Generale" macht die Steiermärkische mit nun 140.000 Kunden, 700 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 1,1 Milliarden Euro zu einem der größten Player in Nordmazedonien.

Private-Banking-Geschäft soll ausgebaut werden
Durch die Fusion mit dem Bankhaus Krentschker soll vor allem das Geschäft mit wohlhabenden Kunden im Inland gestärkt werden. "Wir wollen den Marktanteil im Private Banking in der Steiermark deutlich ausbauen", so Fabisch. Insgesamt wird man in Zukunft ein Kundendepotvolumen von drei Milliarden Euro verwalten. Und dieses wird man laut Fabisch künftig auch brauchen, da die Kosten durch regulatorische Vorgabe in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. "Zusätzlich macht das  Niedrigzinsumfeld das Geschäft im Private Banking nicht leichter. 1,5 bis zwei Milliarden Euro an Volumen sollte man da schon haben. Durch die Fusion ergeben sich nun natürlich auch Synergieeffekte, es mach schließlich keinen Sinn alles doppelt zu machen."

Der Standort des Bankhauses Krentschker in Wien soll jedenfalls erhalten bleiben und in erster Linie für das Private-Banking-Geschäft der Sparkasse dienen. Dies sei laut dem Steiermärkische-Chef auch bereits mit der Erste Bank abgesprochen, zudem gebe es eine Vereinbarung zum Bestandsschutz. 

Zukunft der Marke ungewiss
Ob die Marke Krentschker auch in Zukunft erhalten bleibt, steht aktuell noch nicht fest, allerdings kann sich Fabisch durchaus eine Zweimarkenstrategie vorstellen. Dabei betont er aber auch, dass man die Kunden nicht täuschen wolle. Die Fusion soll bis Mitte 2020 abgeschlossen werden. (gp)