Die Unicredit Bank Austria startet eine Initiative, die das Mutterhaus in Italien seit gut einem Jahr testet. Unter dem Schlagwort "Social Impact Banking" sollen zum einerseits Mikrofinanzierungen für Kleinstunternehmen vergeben werden. Weiters werden  Organisationen und Unternehmen finanziert und gefördert, die sich sozialen Themen widmen und drittens soll Finanzbildung für Menschen zur Verfügung gestellt werden, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind.
 
Wie das Konzept organisatorisch tatsächlich ausgeführt wird, und welche Mitarbeiter wie eingebunden werden, ist noch nicht im Detail geklärt. Man sei startbereit, bis Jahresende soll die Einführung des Systems abgeschlossen sein, sagte ein Sprecher gegenüber FONDS professionell ONLINE.

Kredite für Kleinstunternehmen
Punkto Kreditvergabe soll die Initiative jedenfalls vor allem durch Bankberater aus dem "Small Businesses Team" ausgeführt werden. Ob es dafür gesonderte Schulungen gibt, oder wie die potenziellen Kundengruppen angesprochen werden, war vorerst noch nicht zu erfahren. Es gehe hauptsächlich um Geschäftsideen von Kleinstunternehmern, die bis jetzt keine Kredite erhalten haben.

So positiv die Bemühungen sind, drängt sich dazu unweigerlich eine kleine Reflexion auf: Im wesentlichen war die Vergabe von Mikrokrediten an Kleinunternehmer ja vor rund zwei Jahrhunderten die zentrale Gründungsidee der Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Heute wird es Social Impact Banking genannt und kann damit öffentlichkeitswirksam in der ESG-Bilanz der Bank verbucht werden.

Soziale Rendite im Fokus
Was die gaplante Förderung von sozial relevanten Institutionen betrifft, würden Kredite zu besonderen Konditionen vergeben; es stehe nicht in erster Linie die Rendite im Vordergrund, so der Sprecher. Beim Thema Bildung will man mit Partnern wie dem Wirtschaftsmuseum in karitative Einrichtungen – etwa Lerncafés – gehen, um Finanz-Know-how zu vermitteln. Das gesamte Ziel der Initiative ist es eine gerechtere, integrative Gesellschaft zu fördern, teilt das Unternehmen mit.
 
Laut einer Aussendung sollen die Ergebnisse der Anstrengungen gemessen werden. "Damit wird das nachhaltige Wachstum der geförderten Projekte und der Investitionserfolg der Bank sichergestellt", heißt es. Es sollen "wertvolle Netzwerke aufgebaut werden und Menschen zum Erfahrungsaustausch zusammenkommen. Darüber hinaus wird mehr Bewusstsein für die Projekte geschaffen und damit ihre gesellschaftliche Tragkraft erhöht", schreibt die Bank.

Verkauf von Kunstwerken um 50 Millionen Euro
In Italien läuft das Projekt seit Dezember 2017. Es wurden in diesem Rahmen laut den Angaben 72,9 Millionen Euro an Krediten vergeben. 25.300 Studenten und 370 Unicredit-Tutoren haben an finanziellen Bildungsprogrammen teilgenommen. 2019 folgt nun die schrittweise Ausdehnung auf zehn weitere Märkte, darunter Österreich. Das Konzept werde in jedem Land entsprechend den lokalen Bedürfnissen angepasst. Die Umsetzung wird auch durch den Verkauf von Kunstwerken aus den lokalen Kunstsammlungen der Unicredit unterstützt. Es sollen gruppenweit in mehreren Ländern Objekte im Ausmaß von rund 50 Millionen Euro verkauft werden.

Auch Werke aus dem Bestand der Bank Austria Kunstsammlung werden veräußert, so der Sprecher. Details würden noch nicht feststehen. Es soll ein schrittweiser Verkauf von Werken stattfinden. Es werde aber nicht die gesamte Sammlung verkauft. Die Bank Austria Kunstsammlung umfasst laut Homepage rund 9.000 Werke. Mit dem Erlös sollen auch lokale junge Künstler unterstützt werden. (eml)

Hinweis: Update 22.2.2019. Die Angaben zur Kunstsammlung wurden aktualisiert.