Die Unicredit Bank Austria erwirbt rund 2.500 Kunden und 4.000 Bezahlterminals vom Zahlungsdienstleister First Data, der in Österreich unter der Marke Telecash auftritt. First Data gehört zum im S&P 500 gelisteten US-Zahlungsdiensteriesen Fiserv und verkauft den Geschäftsteil im Zuge eines Asset Deals, wie es in einer Aussendung heißt.

Hauptsächlich handelt es sich bei den Telecash-Kunden um Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Ihr Wechsel zur Bank Austria soll bis September 2026 vollzogen sein. Für die bestehenden Händler würde sich vorerst nichts ändern. Geplant sind eine "nahtlose" Übertragung und spätere Serviceverbesserungen, teilt die Bank Austria mit. Man werde das Fiserv-Terminal-Modell Clover in Österreich einführen.

Neue Strategie nach Abschied von Card Complete
Im Vorjahr hat das Institut seinen Anteil am Kartenanbieter Card Complete verkauft, mit dem Ziel, die gesamte Wertschöpfungskette bei den Zahlungsdienstleistungen selbst zu kontrollieren. Insbesondere geht es um die Kreditkartenausgabe (Issuing) und um die Abwicklung von Kartenzahlungen und Servicierung von Händlern durch Zahlungs-Terminals und E-Commerce-Lösungen (Acquiring). Es handelt sich um margenstarkes Geschäft: Transaktionsentgelte, Jahresgebühren oder Versicherungsprovisionen bleiben gänzlich bei der Bank, wenn sie die Geldflüsse selbst betreut.

Zudem geht es auch um die Auswertung von Daten: Im Zentrum stünden Tools für Händler "mit integrierter Datenanalyse, Betrugsüberwachung und maßgeschneiderten Lösungen, die sicher und skalierbar sind", heißt es.

Der Bank eröffnet der Erwerb außerdem Cross-Selling-Möglichkeiten. "Für uns ist dieser Deal ein passender Türöffner für schnelleres Wachstum im gesamten KMU-Bereich", so Dieter Hengl, Vorstand Corporates der Unicredit Bank Austria. ​(eml)