Die börsenotierte italienische Großbank Unicredit hat die Details zu dem angekündigten Vierjahresplan "Team 23" veröffentlicht. Einmal mehr streicht die Mutter der österreichischen Bank Austria tausende Jobs. Rund 8.000 Vollzeitstellen sollen wegfallen, kündigte Vorstandschef Jean Pierre Mustier in einer Aussendung an. Das entspricht rund neun Prozent der Belegschaft. Ziel sei es, die Kosten in Westeuropa bis 2023 um eine Milliarde Euro zu senken. 500 Filialen werden geschlossen. Bereits im Jahr 2016 hatte Mustier nach seinem Amtsantritt 16.000 Stellen gestrichen.

Hintergrund für das Sparpaket sind Faktoren, mit denen auch andere Institute kämpfen: das Tiefzinsumfeld, die sich eintrübende Konjunktur, harter Wettbewerb und ein immer aufwändiger werdendes regulatorisches Umfeld. Gleichzeitig sollen die Aktionäre zufrieden gestellt werden. Bis 2023 werden laut Mustier rund acht Milliarden Euro an die Aktionäre zurückfließen – zwei Milliarden davon über Aktienrückkäufe, sechs durch Dividenden.

Bis 2023 wird ein bereinigter Nettogewinn von fünf Milliarden Euro angepeilt. Das Ergebnis je Aktie soll bis dahin um zwölf Prozent im Jahr zulegen. Die Einnahmen sollen jährlich um 0,8 Prozent bis auf 19,3 Milliarden Euro steigen, während die Kosten um 0,2 Prozent pro Jahr sinken sollen.

Österreich-Pläne noch nicht konkret
Wie weit der Posten- und Filialabbau Österreich betrifft, wurde nicht kommuniziert. Die Bank Austria hat sich zwischen 2017 und 2019 bereits von rund 2.000 Mitarbeitern getrennt. 

Fest steht, dass die Mutter Unicredit weiter an dem Projekt einer nicht-börsenotierten Subholding arbeitet, unter deren Dach auch die österreichische Bank Austria kommen soll. Diese Gesellschaft soll laut Plan in Italien firmieren. Sie umfasst demnach die Unicredit Bank AG, die Unicredit Bank Austria AG und die CEE-Banken, heißt es. Zweck der Zusammenfassung in dieser Einheit ist ein optimiertes Vorgehen bei den MREL-Erfordernissen (Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities). Die Banken müssen im neuen europäischen Aufsichtsregime ein ausreichendes Maß an Eigenmitteln und wandelbarem Fremdkapital für den Abwicklungsfall vorhalten.

Papierlose Bank
Ebenfalls vorangetrieben werden soll die Digitalisierung: Der Konzern plant ab Mitte 2020 (Start in Italien) den Auftritt als papierlose Retail-Bank. Kunden und Bank sollen dann Dokumente vorwiegend auf digitalem Weg austauschen. In Deutschland und Österreich soll das Konzept im Jahr 2021 für Kernprodukte ausgerollt werden, in  CEE im Jahr 2023. Der Konzern erhofft sich dadurch bis 2023 Kosteneinsparungen in Höhe von mehr als 150 Millionen Euro pro Jahr. (eml)