An der Wall Street soll es bald eine neue Investmentbank geben. Das Besondere an Independence Point Advisors: Das Haus wird von Frauen geführt. An der Spitze stehen soll die frühere Präsidentin der Investmentbanking-Sparte der Bank of America, Anne Clarke Wolff, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. Auch soll die neue Bank sich laut Nachrichtenagentur "Bloomberg" zu großen Teilen im Besitz von Frauen oder Minderheiten befinden. In einer nach wie vor von Männern dominierten Branche ist das eine Nachricht, die nicht nur in den USA für große Aufmerksamkeit sorgt.

Schon jetzt hat die Bank verschiedene Spitznamen. "Salomon Sisters" wird das Geldhaus ironisch betitelt – "eine Anspielung auf die Investmentbank Salomon Brothers, die berühmt-berüchtigt war für ihre Alphamänner", erklärt die FAZ. Chefin Wolff arbeitete von 1989 an selbst acht Jahre lang dort. Wahlweise wird Independence Point auch als die neuen "Lehman Sisters" betitelt. Das geht auf ein Zitat der heutigen Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, zurück. Sie hatte nach der krachenden Pleite der Investmentbank Lehman Brothers als Startschuss der Finanzkrise 2008 gesagt, die Dinge häten sich gewiss anders entwickelt, hätte es sich um "Lehman Sisters" gehandelt - eine unverhohlene Anspielung auf das Übermaß an Testosteron an der Wall Street.

Bessere Chancen für Frauen
Einen Termin, wann das neue Finanzinstitut seine Pforten öffnet, gibt es noch nicht. Laut "Bloomberg" ist Wolff seit diesem Frühjahr mit der Planung beschäftigt. Die Bank of America hatte sie im Dezember mit dem Ziel verlassen, bessere Chancen für Frauen im Bankwesen zu schaffen. Von knapp 5.000 gewerblichen Banken in den USA sind laut Finanzbehörden derzeit nur 13 Institute in Frauenhand, schreibt die FAZ. (fp)