Die Deutsche Bank und die Finanzaufsicht Bafin haben mit einem Auftritt im EU-Parlament die Abgeordneten vor den Kopf gestoßen. Der Geldwäsche-Beauftragte der Deutschen Bank, Stephan Wilken, sollte sich eigentlich zur Rolle seines Instituts im Skandal rund um die Danske Bank äußern. Stattdessen wich er den Fragen der Parlamentarier ein ums andere Mal aus und gab keine konkreten Antworten.

Medienberichten zufolge warf der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold Wilken "respektlose Informationsverweigerung" vor und erklärte, es sei "unfassbar, dass selbst einfachste Fragen nicht beantwortet wurden." Andere Parlamentarier verließen schon vor Ende der Anhörung entnervt den Saal. Wilken erklärte wiederholt, sein Haus gebe keine Auskunft zu einzelnen Geschäftsbeziehungen. Genau das wollte das EU-Parlament aber. Die Deutsche Bank war schließlich jahrelang ein wichtiger Geschäftspartner der Danske Bank.

Nichts Genaues weiß man nicht
Wilken konnte oder wollte nicht einmal sagen, welche personellen Konsequenzen die Deutsche Bank aus den Skandalen der vergangenen Jahre gezogen hat. "Wir tracken das nicht", erklärte er – hatte aber zuvor angegeben, dass sich sein Institut über die Jahre von vielen Mitarbeitern wegen Fehlverhaltens getrennt habe. "Gerade die Deutsche Bank, die versprochen hat, mit mehr Transparenz Vertrauen aufzubauen, muss konkrete Zahlen liefern, statt sich in Allgemeinplätze zu flüchten", kritisierte der CDU-Abgeordnete Thomas Mann.

Auch Jens Fürhoff, Finanzkriminalität-Experte der Bafin, sorgte für Unmut. Parlamentarier fragten ihn mehrmals, warum die Aufsichtsbehörde keinen der großen Skandale der jüngeren Zeit aufgedeckt habe. In seiner abgelesenen Stellungnahme ging Fürhoff kaum auf diese und andere konkrete Fragen ein und sorgte damit zusätzlich für Verärgerung unter den Abgeordneten. (fp)