Die Autobank begibt sich in die freiwillige Abwicklung. Die außerordentliche Hauptversammlung hat den am 8. Jänner 2020 angekündigten geordneten Abbau der Bankgeschäfte und die anschließende Zurücklegung der Konzession gemäß Paragraf 7, Absatz 3 Bankwesengesetz (BWG) beschlossen, wie das Unternehmen mitteilt.

Der Beschluss sei "schmerzhaft", scheine aber unausweichlich, so der Vorstand des Instituts. "Im Wesentlichen wird der völlige Abbau aller bestehenden Portfolios erfolgen und danach, nach Rückzahlung aller Spareinlagen, kann die Bankkonzession zurückgelegt werden", heißt es in einer Aussendung. Der Prozess werde voraussichtlich 18 bis 24 Monate benötigen.

70 Millionen Euro in Österreich
Bei den noch verbleibenden Portfolios handle es sich um Retailkredit- und Leasingverträge mit österreichischen Kunden von in Summe rund 70 Millionen Euro. Das Portfolio in Deutschland betrage knapp über 20 Millionen Euro. "Diese Verträge laufen regulär weiter, die Kunden müssen sich nicht aktiv melden", teilt die Bank mit.

Für die bestehenden Privatkunden, vorwiegend Online-Sparer, gebe es einen Fragenkatalog auf der Webseite, und es seien Einlagen- und Telefonservice-Mitarbeiter aufgestockt worden, die Fragen beantworten. Grundsätzlich unterliegt die Bank der Einlagensicherung (ESA). Spareinlagen bis 100.000 Euro sind daher gesichert. Es liegt aber kein Sicherungsfall vor, wie die ESA auf ihrer Homepage mitteilt. Kunden hätten vollen Zugriff auf Ihre Einlagen. Geschäftskunden würden persönlich kontaktiert, um die weiteren Schritte zu erklären schreibt die Bank.

Auch 2020 mit Verlust
Der Vorstand erwartet derzeit einen Verlust für das Geschäftsjahr 2020 von 6,5 Millionen Euro. Eine weitere Schmälerung der Eigenkapitalbasis sei im Zuge des Abbaus zu erwarten. Ein Verlust der Hälfte des Grundkapitals sei "nicht ausgeschlossen".

Die seit November 2010 an der Wiener Börse (Dritter Markt) und seit März 2014 in München gelistete Bank (M:Access) gibt ihre Börsennotiz auf: In Wien bereits am 26. Februar 2021. Das Listing in München werde zum nächstmöglichen Zeitpunkt beendet. "Ab dann können die Aktien nicht mehr über die Börse gehandelt werden, behalten aber weiterhin ihre Gültigkeit", heißt es.

Covid-19-Folgen
Der frühere Kfz-Finanzierer für Österreich und Deutschland arbeitet seit März 2019 an einer Neuausrichtung. Fokus sollte die Refinanzierung von mittelständischen deutschen Leasinggesellschaften sein. Unter anderem habe die Bank die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 zu spüren bekommen. Vor allem hätten hohe Abschreibungen bei Beteiligungen die Kapitalquoten unter Druck gebracht.

"Dabei ist ein großer Teil der Abschreibungen auf Malversationen in der aL Portfolio zurückzuführen. Aber auch bei den Händlerfinanzierungen in Deutschland gab es Abschreibungen. Neugeschäft wurde dadurch faktisch verunmöglicht", heißt es. Vergangenen August hat die Finanzmarktaufsicht FMA der Bank bereits eine Verwalterin zur Seite gestellt. (eml)