Von 31.000 runter auf 2.000 Exemplare: Schon der Einbruch der Gesamtauflage zeigt, dass kaum noch ein Dax-30-Unternehmen seinen Geschäftsbericht auf Papier verbreitet. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Exemplare, die von den 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen der Bundesrepublik insgesamt im Umlauf sind, um 91 Prozent gesunken, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die Gründe dafür sind offensichtlich: Die Berichte sind schwer und unhandlich, die Druckkosten hoch, und trotz aller Mühe bei der optischen und haptischen Gestaltung landen die meisten Exemplare nach kurzem Durchblättern im Archiv – oder im Müll.

Auch bei Unternehmen aus den Nebenwerteindizes M-Dax und Tec-Dax sind die Auflagen der gedruckten Berichte um über 80 Prozent zurückgegangen, zeigt eine Auswertung der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) und der Agentur Nexxar. In einer Umfrage dazu gaben 60 Prozent der Manager an, sie wollen die eigenen Geschäftsberichte künftig nur noch digital zur Verfügung stellen.

Online-Geschäftsberichte erreichen mehr Leser
Denn digitale Berichte haben Vorteile: Laut Nexxar-Chef Eloy Barrantes erreichen die Dax-Konzerne über elektronische Publikationen durchschnittlich rund 90.000 Leser – und damit deutlich mehr als mit den Printprodukten. Ein Fünftel der Nutzer ruft die Daten auf mobilen Geräten ab. Dabei bewerben die Unternehmen ihre online verfügbaren Berichte nicht einmal sonderlich stark. "Für die meisten Befragten scheint die Arbeit mit der Publikation beendet zu sein", zitiert die FAZ aus der Studie. (fp)