Die meisten aktiven Asset Manager bekommen die Konkurrenz durch günstige Indexfonds zu spüren. Angesichts der lang anhaltenden Börsenrally fällt es aktiven Fondslenkern zunehmend schwer, einen großen Vorsprung gegenüber ihrem Vergleichsindex herauszuholen. Anleger setzen daher verstärkt auf passive Produkte, bei denen sie ebenso vom Aufschwung profitieren können, aber zu geringeren Kosten. So versiegen zusehends die Zuflüsse in aktive Fonds, wohingegen Indexfolger neues Anlegergeld einwerben können. Dieser Trend ist besonders in den USA präsent, schwappt aber nach Europa über.

Trotz des Gegenwinds gelingt es einer ganzen Reihe von Fondsgesellschaften, ihren Wachstumskurs fortzuführen. Dies zeigt eine Auswertung des Analysehauses Cerulli Associates. Hierfür teilten die Experten das amerikanische Asset-Management-Feld in verschiedene Größenklassen, gemessen am verwalteten Vermögen in aktiv gelenkten Publikumsfonds. Dabei offenbart sich, dass besonders die Giganten der Branche weiterhin Mittel einwerben.

"Gangbarer Weg zum Erfolg"
Von den zwölf Industriegrößen, die jeweils mehr als 200 Milliarden Dollar in aktiven Publikumsfonds verwalten, schaffte es immerhin die Hälfte, über die vergangen fünf Jahre frisches Geld einzusammeln und ihren Marktanteil auszuweiten. Im breiten Feld der aktiven Asset Manager erreichte dies nur etwas mehr als ein Drittel. "Aktive Fondsfamilien mit organischem Wachstum beweisen, dass es tatsächlich noch einen gangbaren Weg zum Erfolg gibt", sagt Ed Louis, leitender Analyst bei Cerulli.

Die Experten widmeten sich hernach der Frage, welche Faktoren den anhaltenden Erfolg der Giganten beflügeln. Dabei schälte sich ein entscheidendes Kriterium heraus: Alle Erfolgshäuser verfolgen eine kraftvolle Markenstrategie und haben sich über die Jahre eine gute Reputation aufgebaut. Ihnen gelingt es, in den Köpfen der Finanzberater und sogar der Endkunden als feste Anlaufadresse für Fonds verankert zu sein.

"Säule des Wachstums"
"Der Ruf eines Unternehmens ist den Beratern sehr wichtig, wenn sie einen Asset Manager auswählen", hält Louis fest. Cerulli hatte dazu rund 2.000 Finanzberater befragt. Fast die Hälfte gab an, dass sie die Reputation eines Fondsanbieters in ihren Auswahlprozess einbeziehen. "Erfolgreiche Fondsgesellschaften zehren in erheblichem Maße von der Loyalität, die sie unter Beratern gehegt haben. Sie ist eine tragende Säule ihres Wachstums."

So ein Verhältnis zu den Vermittlern aufzubauen erfordert jedoch viel Arbeit – und Zeit. Doch auch unter den kleineren Asset Managern fanden die Analysten einige, die erfolgreich Nischen besetzen und Berater durch einen umfassenden und guten Service begeistern konnten. (ert)