Werner Kretschmer, Urgestein der österreichischen Fondsbranche, wird seinen Posten als Chef von Amundi Austria verlassen. Das sagte ein Insider gegenüber FONDS professionell ONLINE. Die Information wurde von einer zuverlässigen Quelle bestätigt. Kretschmer bleibt als Berater im Unternehmen. Offiziell gibt das Unternehmen weder eine Bestätigung noch ein Dementi ab.

Die Nachfolge stand laut dem Insider schon länger fest: Gabriele Tavazzani (49), seit zwei Jahren Vize-Chef für Österreich, wird mit 1. Mai als CEO von Amundi Austria nachrücken.

Tavazzani war von 2015 bis 2018 für das Geschäft von Amundi in Polen verantwortlich. Davor war er ab 2009 stellvertretender CEO von Amundi in Italien. Tavazzani blickt auf eine 20-jährige Karriere in der italienischen Finanzbranche, die er in der Crédit Agricole-Gruppe startete. Dort war er in etlichen Leitungsfuktionen tätig, unter anderem im Asset Management als Head of Sales and Marketing. Mehrere Jahre war Tavazzani im Intesa-Netzwerk tätig.

Personal-Karussell in Bewegung
Der Abgang Kretschmers von Amundi ist nicht der einzige Wechsel bei dem französischen Vermögensverwalter, dessen Personalkarussell seit dem Kauf der Unicredit-Investmentsparte Pioneer Investments im Jahr 2016 in Bewegung ist. Jüngst wurde auch bekannt, dass die Aumundi-Deutschland-Chefin Evi Vogl – davor lange Pioneer-Deutschland-Chefin – per Jahresende das Unternehmen verlässt.

Kretschmer, studierter Jurist so wie Sozial- und Wirtschaftswissenschafter (Dr. Jur. und Dr. rer. soc. oec.), hatte seine Finanzkarriere im Wertpapierbereich der Bank Austria begonnen. Nach Leitungspositionen im Umfeld der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) war Kretschmer viele Jahre CEO der mit der BA-CA verbundenen Fondsgesellschaft Pioneer Investments Austria. Diese wurde 2017 von Amundi Austria übernommen, Kretschmer war damals Chef der fusionierten Gesellschaft geworden. (eml)