Die Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk hat dazu geführt, dass viele Dax-Konzerne ihre Werbekooperationen auf den Prüfstand stellen. Allerdings haben bislang nur die Allianz und der Autobauer Volkswagen ihre Werbung bei Twitter gestoppt. VW hat das überdies seinen Markentöchtern Audi, Porsche, Skoda und Seat empfohlen, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Anfrage bei den 40 Unternehmen schreibt, die im Dax gelistet sind.

Unternehmen auf der ganzen Welt schauen mit Skepsis auf die Entwicklung bei Twitter, nachdem Musk angekündigt hatte, rund die Hälfte der 7.500 Mitarbeiter zu entlassen. Unklar ist dabei, wie viele aus der Abteilung stammen, die für die "Content-Moderation" verantwortlich ist und Tweets sperrt und löscht, die Verschwörungstheorien, Gewaltaufrufe und Hassrede verbreiten. 

Geringe Bedeutung als Werbekanal
Allerdings ist Twitter als Werbekanal für viele deutsche Konzerne von untergeordneter Bedeutung. Facebook und Google sind wesentlich wichtiger. Die Allianz selbst warb nur "in geringem Umfang" auf Twitter, ebenso Continental, wie das "Handelsblatt" schreibt. Die Deutsche Bank verfolgt "keine bezahlbaren Aktivitäten" auf der Plattform, auch Daimler Truck, Zalando, Heidelberg Materials, MTU, Symrise und Brenntag haben bereits vor der Musk-Übernahme keine Werbung auf Twitter geschaltet. Hinzu kommt: In Deutschland nutzen je nach Schätzung nur drei bis fünf Prozent der Menschen Twitter. (jb)