Der Finanzriese Allianz will die Kooperation zwischen seiner Fondssparte und dem Versicherungsbereich ausbauen. Dies sagt Vorstand Andreas Wimmer im Interview mit der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt". "Wir wollen Asset Management und Lebensversicherung noch enger verzahnen", so Wimmer, der den Bereich Asset Management leitet und seinen bisherigen Posten als Vorstandsvorsitzender der Allianz Leben noch weiterführt, bis seine Nachfolgerin Katja de la Viña nach dem Auskurieren einer Corona-Infektion das Steuer übernehmen kann.

Der Lebensversicherungsbereich sowie die Fondstöchter Allianz Global Investors und Pimco würden bereits eine wichtige Rolle für den Konzern spielen, ergänzt Wimmer. "Rund 60 Prozent des gesamten operativen Allianz-Gewinns kommen aus beiden Bereichen", erläutert der Manager. Dies solle noch ausgebaut werden. Zudem will das Haus sein Engagement in alternativen Investments erweitern. Der Konzern hatte die Immobilienanlagen bereits bei der kalifornischen Pimco gebündelt. Allianz Global Investors investiert wiederum in Private Equity und Infrastruktur.

140 Strategien eingestampft
Bei der deutschen Lebensversicherung wird heute schon ein Drittel von 300 Milliarden Euro an Kundengeldern in alternativen Anlagen investiert", führt Wimmer aus. "Über unsere beiden internen Investmentmanager sind die Kunden damit in alternativen Anlagen investiert, die für Privatanleger nur schwer zugänglich sind. In diesem Kreislauf ist noch viel mehr drin." Bei Allianz GI ist aber auch eine Bereinigung der Produktpalette im Gange. Zudem läuft ein Sparprogramm. "Wir haben 140 Strategien von vorher 450 herausgenommen. Die Bereinigung geht nun in einen ständigen Prozess über", berichtet der Manager.

Daneben seien aber auch Zukäufe denkbar. "Akquisitionen sind für uns immer ein Thema, wenn der Preis stimmt", sagt der Vorstand. Wimmer hat den Posten im Oktober 2021 von Jacqueline Hunt übernommen, die das Amt abgab. Allianz GI ringt in den USA noch mit Klagen von Großinvestoren, die mit Structured-Alpha-Hedgefonds des Hauses Geld verloren. Jüngst teilte die Allianz mit, dass sie mit einem Großteil der Kläger auf Vergleiche einigen konnte. Dafür legte der Versicherer 3,7 Milliarden Euro zurück. Verfahren des US-Justizministeriums und der US-Börsenaufsicht SEC laufen aber noch. (ert)