Abschied mit Plan: Ehemalige Bankerin hilft beim Generationenwechsel
Die ehemalige Private-Bankerin Beatrice Schobesberger geht aus der Pension in die Beratung. Sie hilft Unternehmen und Beschäftigten, die letzten Berufsjahre gewinnbringend zu gestalten.
Ihre eigene Pensionierung vor gut einem halben Jahr gab Beatrice Schobesberger zu denken. Nach 35 Jahren in der Finanzbranche gehörte sie zuletzt dem Führungsteam im Erste Bank Private Banking an. Zum einen verlief in ihrem Fall die Übergabe positiv. "Ich hatte eine sehr kompetente Nachfolgerin, der ich Aufgaben rasch übertragen konnte", so Schobesberger. Zum anderen wurde jedoch nichts aus ihrer Idee, für das Unternehmen in der letzten Phase Wissensvermittlung anzubieten.
Und so passiert es wohl oft: Bei einem Generationenwechsel verwendet das Unternehmen viel Energie, um Nachfolger aufzubauen. Dabei bleibt jedoch wenig Zeit für Pläne, wie man das Kapital der scheidenden Mitarbeiter zielgerichtet nutzen könnte.
Schobesberger absolvierte eine Coaching-Ausbildung und begann, Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter beim "Fade-out" zu begleiten, was man als "schleichenden Übergang" übersetzen könnte. Es geht um die Frage, wie man die letzten Arbeitsjahre gewinnbringend organisiert. Ein Thema, das den Nerv der Zeit traf: Innert kurzer Zeit kamen Aufträge herein; wobei die Ex-Bankerin sich nicht auf den Finanzsektor beschränkt, sondern Kunden bis hin zum Industriebetrieb betreut. FONDS professionell sprach mit Schobesberger für einen Artikel, der in voller Länge in der aktuellen Printausgabe erschienen ist.
Wissensabfluss
Mit den geburtenstarken Babyboomer-Jahrgängen, die nun in Pension gehen, ist die Wirtschaft in nächster Zeit mit einem besonders starken "Brain-Drain" konfrontiert. Und weil umgekehrt immer weniger Junge nachkommen, muss man sich Gedanken machen, wie Ältere länger im Unternehmen gehalten werden können. "Angesichts des demografischen Wandels sollten die Personalabteilungen in den Mitarbeitergesprächen schon früh, bei 50- oder 55-Jährigen, ihre Antennen ausfahren", so Schobesberger. Ein Alterswert, der sich mit der Statistik deckt: In Österreich ist nur gut die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig. "Hört ein Personalverantwortlicher heraus, dass sich ein 55-Jähriger in fünf Jahren eigentlich nicht mehr arbeiten sieht, dann sollte man aktiv werden", so Schobesberger.
"Oft ist man in den letzten zwei Jahren nicht mehr ideal eingesetzt", sagt die Expertin, die aus ihrer Beratungserfahrung berichtet, dass die Mitarbeiter selbst häufig Ideen für neue Tätigkeiten im Unternehmen mit sich herumtragen. Ein gelungenes Übergangsmanagement kann nicht nur helfen, Know-how im Betrieb zu halten. Messbar sei auch eine Senkung von Krankenstandstagen. Außerdem beuge es einer Demotivierung von Mitarbeitern und damit einer schlechten Stimmung vor. (eml)
Den gesamten Artikel mit Grafiken zum Arbeitsmarkt lesen Sie in der Printausgabe 2/2023 von FONDS professionell oder nach Anmeldung hier im E-Magazin.















