Das niederländische Geldhaus ABN Amro hat sich entschlossen, angesichts der schwierigen Lage im Bankgeschäft wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase massiv Stellen abzubauen. Bis 2024 solle die Zahl der Mitarbeiter um rund 15 Prozent sinken, teilte die Bank in Amsterdam mit. Das Institut beschäftigte per Ende September 2019 rund 19.000 Mitarbeiter. Demzufolge würde sich der Abbau auf rund 2.900 Jobs beziffern.

Die ABN Amro hofft, die Zahl der Entlassungen durch natürliche Fluktuation und Umschulung der Mitarbeiter zu begrenzen. Das Geldhaus hat in den vergangenen Jahren bereits die Belegschaft deutlich reduziert – wie viele andere europäische Banken auch. Ende 2012 hatte das Institut der Nachrichtenagentur DPA zufolge noch rund 23.000 Vollzeitstellen ausgewiesen. Vor der Finanzkrise 2008 waren es noch rund 30.000 gewesen.

Einstieg in Private-Banking-Markt
Die Bank war 1991 durch die Fusion von ABN und Amro entstanden und im Zuge der Finanzkrise verstaatlicht worden. Das Institut war 2002 mit dem Kauf von Delbrück & Co. in den deutschen Private-Banking-Markt eingestiegen. Zwei Jahre später formten die Niederländer dann Delbrück Bethmann Maffei, die schließlich zur Bethmann Bank wurde. 2014 übernahm das Haus dann das deutsche Private-Banking-Geschäft der Credit Suisse. Niederländischen Medienberichten zufolge will sich ABN Amro auf das Geschäft mit vermögenden Privatkunden konzentrieren. (ert)