Der Schweizer Publizist und Aphoristiker Ernst Reinhardt hat einmal gesagt: "Die wenigsten Zeitgenossen sehen so aus, als hätten sie ihre Zeit genossen." Bei Starcapital solle es dazu keinesfalls kommen, sagte Holger Gachot, Vorstand des Vermögensverwalters im hessischen Oberursel. In seiner Rede, mit der er das große Sommerfest am 23. Juni 2017 eröffnete, nannte Gachot gleich mehrere Gründe zum Feiern. Darüber, ob der eigentliche Anlass aber wirklich das 25-jährige Jubiläum von Starcapital war, grübelten manche Gäste ein wenig.

"Einige fragen sich, ob das mit den 25 Jahren tatsächlich stimmt", so Gachot. Nun, es stimmt. Die Wurzeln des Unternehmens reichen ein Vierteljahrhundert zurück: 1992 wurde das Vorgängerinstitut von Starcapital als GmbH gegründet. "1996 sollte es wieder geschlossen werden, was aber nicht geschah", berichtete Gachot.

Neu aus der Taufe gehoben
Damit sei Starcapital sozusagen ein zweites Mal aus der Taufe gehoben worden. "Und so dachten wir uns, dass 25 Jahre doch ein schöner Anlass sind, mal wieder zu feiern", sagte der Vorstand. Es sind 25 bewegte Jahre, auf die Starcapital zurückblickt. Doch es zeichne das Unternehmen aus, sich immer wieder gegen Widerstände durchzusetzen, sagte Gachot. Und dann er ließ ein Vierteljahrhundert Geschichte Revue passieren.

1999 erfolgte die Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft, seit 2001 heißt der Oberurseler Vermögensverwalter Starcapital AG. "Doch bereits 1997 wurde der erste Fonds, der 'Bondvalue UI', zusammen mit der Universal Investmentgesellschaft aufgelegt", berichtete Gachot. Der Fonds, der seit etwa drei Jahren von Michael Merz gemanagt wird, hat im September 2017 sein 20-jähriges Jubiläum.

In den folgenden Jahren kamen weitere Fonds hinzu, mit dem Eintritt von Norbert Keimling vor zwölf Jahren wurde auch der Grundstein für die Kapitalmarktforschung gelegt. "2013 gelang es uns dann, Markus Kaiser mit seinen ETF-basierten Allokationsstrategien für uns zu gewinnen", erinnerte Gachot.

Übernahme durch Bellevue
Nur zwei Jahre später kam es zur Offerte für eine freundliche Übernahme durch die Schweizer Bellevue-Gruppe und ihren Chef André Rüegg. Starcapital-Gründer Peter E. Huber nahm sie an. Der Verkauf ging im Juni 2016 über die Bühne. Huber, der sich seitdem ganz auf das Asset Management konzentriert, hat den Vorstandsvorsitz an Alexander Gerstadt abgeben, der viele Jahre Vorstandschef von GAM (Deutschland) war. Ein Schritt, den Huber nicht bereut hat.

"Der letzte große Coup, der uns gelang, war die Verpflichtung von Manfred Schlumberger", so Gachot. Mit dem ehemaligen Chefanlagestrategen der Berenberg Bank könne Starcapital die flexible Asset Allocation über alle Assetklassen erweitern. Immerhin stehe Schlumberger für die erfolgreiche Umsetzung von Multi-Asset-Strategien.

Projekt mit Keppler Asset Mangament
Auch einen Blick in die nähere Zukunft eröffnete Gachot: Starcapital plant ein gemeinsames Projekt mit Michael Keppler von Keppler Asset Management in New York. Worum genau es geht, wollte Gachot noch nicht verraten. Aber: "Wir sind mit IP Concept und der DZ Privatbank Luxemburg in der Umsetzung und können hoffentlich bald Vollzug melden".

Dann wurde sie gefeiert, die 25-jährige Geschichte von Starcapital: Bei Live-Musik der Barrel House Jazz Band, mit viel Programm und an den Tischkickern, an denen die Gäste gegen die Tischfußball-Weltmeisterin Katrin Matsushita antreten konnten. Zeitgenossen, die den Anschein erweckten, sie würden die Zeit nicht genießen, waren an diesem langen Freitagabend nicht zu finden.

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