Mit der Eröffnung des neuen Forschungsinstituts (FI) für Verteilungsfragen "Economics of Inequality" am 18. September reagiert die Wirtschaftsuniversität (WU) auf das stark wachsende Interesse an Fragen zu ökonomischer, sozialer und ökologischer Verteilung von Ressourcen und bestehenden Ungleichheiten. Das Institut ist ein interdisziplinäres FI zwischen dem Department für Volkswirtschaft und dem Department für Sozioökonomie, Leiter ist WU-Professor Wilfried Altzinger.

Die Suche nach den Ursachen und Auswirkungen der steigenden Ungleichverteilung von Einkommen, Vermögen und Lebenschancen hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Forschungsgebiete der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften entwickelt. Zugleich ist dieser Themenbereich auch in den Fokus der internationalen Organisationen wie der OECD, dem Internationalen Währungsfond oder der Weltbank gerückt. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung durch Margit Fischer am 18. September präsentiert auch der weltweit anerkannte, britische Ökonom Sir Tony Atkinson sein aktuelles Buch "Inequality: What can be done?", Michael Förster, Senior Policy Analyst der OECD, wird die neueste Verteilungsstudie der OECD "Why Less Inequality Benefits All" vorstellen.

Facettenreicher Forschungsbereich
Das FI "Economics of Inequality" setzt sich zum Ziel, gesellschaftliche Ungleichheit in ihren vielschichtigen Facetten zu analysieren. Der inhaltliche Fokus liegt hierbei in der Aufbereitung von Daten und Fakten zu Armut und Reichtum, Einkommens- und Vermögensverteilung sowie der sozialen Mobilität zwischen den Generationen. Dabei steht der ungleiche Zugang zu Umweltressourcen und -rechten sowie die Auswirkungen von sozioökonomischer Ungleichheit auf die Gesellschaft und den intergenerationellen Zusammenhalt ebenso im Zentrum der Untersuchungen wie die Implikationen und Herausforderungen der Ungleichheiten auf den öffentlichen Sektor und sein Budget.

Durch Workshops, einschlägige Veranstaltungen, Jahrestagungen sowie breiter nationaler und internationaler Kooperation soll die Bildung eines Forschungsclusters für soziale, wirtschaftliche und ökologische Ungleichheit in Österreich etabliert werden. Die bereits bestehenden Kooperationen mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), der Statistik Austria, der Stadt Wien, dem WIFO sowie der Arbeiterkammer sollen verstärkt werden um der Thematik der Einkommens- und Vermögensverteilung sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt sowohl in der Wissenschaft als auch in der Öffentlichkeit verstärkt Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Letztendlich soll diese wissenschaftliche Arbeit auch in der Lehre verstärkt Berücksichtigung finden. (mb)