Das sind trübe Aussichten, die Kyle Bass von Hayman Capital Management für Japan beschreibt. Seit mehr als drei Jahren sagt der erfolgreiche Hedgefondsmanager den Zusammenbruch der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt voraus. Wie er gegenüber "Institutional Investor’s Alpha" kürzlich erklärte, werde auch der neue geldpolitische Kurs Abes nichts daran ändern. "Abenomics", wie diese Politik in Anlehnung an den Premier genannt wird, sei zwar kurzfristig erfolgreich, langfristig aber zum Scheitern verdammt.

500 Prozent Gewinn in der Krise
Bass ist Gründer von Hayman Capital Management. Die Hedgefondsfirma aus Dallas wurde weltweit bekannt, weil sie 2007 massiv auf den Ausfall von Subprime-Krediten gewettet und damit mehr als 500 Prozent Gewinn erzielt hat. Später profitierte sie auch von Leerverkäufen auf griechische Staatsanleihen. 2010 gründete Bass den Japan Macro Opportunities Fund, in dem er seine Wette auf eine japanische Staatsschuldenkrise verfolgt. Aktuell spielt er seine Strategie über die Währung und die Zinsrate, und liegt damit – eigenen Angaben zufolge – sehr gut.

Währung und Anleihen verkaufen!
Hätte er dagegen japanische Staatsanleihen im Portfolio, würde er nachts nicht schlafen, erzählte Bass dem Institutional Investor’s Alpha-Magazin. Warum sollte man Anleihen eines Staates besitzen wollen, der Schulden in Höhe seiner 24-fachen Steuereinnahmen hat? "Ihr solltet da rausgehen und nie mehr wieder zurückkehren", so Bass. Außerdem empfiehlt der Hedgefondsmanager, aus dem Yen auszusteigen und in einen Korb globaler Währungen zu investieren. Der Grund: Die Zentralbank werde den Yen bis Ende nächsten Jahres massiv schwächen.

Institutionelle stoßen Bonds ab
Japan stellt eine Besonderheit dar, denn anders als in den USA oder weiten Teilen Europas wird der größte Teil der Staatsschuld von rund 240 Prozent des BIP von inländischen Gläubigern gehalten. Nun laufen sie dem Staat laut Bass aber davon, weil die Investoren aufgrund der Inflationsziele der Regierung mit negativen realen Renditen rechnen müssen. Viele Anleiheninvestoren, darunter auch  Banken und Pensionskassen, würden deshalb überlegen, zumindest einen Teil ihrer Anleihen zu verkaufen und in Aktien umzuschichten. (dw)