Die Deutschen haben in der Pandemie nicht nur ihre alltäglichen Gewohnheiten angepasst, sondern auch ihr Anlageverhalten geändert. Obwohl die konservativen, niedrigverzinsten Anlageformen wie Girokonto oder Sparkonto immer noch beliebt sind, legen jetzt deutlich mehr Sparer ihr Geld auch in Fonds und Aktien an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag der Postbank durchgeführt hat. Demnach nahm jeder zehnte Deutsche das Krisen-Tief an den Börsen zum Anlass, ins Wertpapiergeschäft einzusteigen oder ein Investment aufzustocken. 

Fast jeder zweite Sparer nutzt andere Anlageformen als vor der Krise. Wichtiger als die Rendite sei dabei laut der Umfrage offenbar die schnelle Verfügbarkeit der Ersparnisse. Während der Pandemie kauften Anleger vor allem Aktien – 62 Prozent der Befragten investierten in diese Anlageform. Auch ETFs und andere Investmentfonds waren bei den Anlegern beliebt. Und jeder fünfte Befragte, der bislang keine Wertpapiere erworben hat, spielt mit dem Gedanken, in den kommenden zwölf Monaten Geld an der Börse zu investieren. 

Auf der hohen Kante
Die Umfrage zeigt außerdem, dass drei von vier Verbrauchern ihre Ausgaben reduziert haben. Es entfielen hauptsächlich Ausgaben für Urlaube, Gastronomiebesuche und Freizeitaktivitäten – Dinge, die während der vergangenen Monate aufgrund der Pandemie nur eingeschränkt möglich waren. Insgesamt legen 83 Prozent der Bevölkerung ihr Geld zurück, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist der Anteil der Sparer in der Gesamtbevölkerung deutlich gewachsen. (fp)