59 Prozent der Österreicher können den Begriff "Pensionskonto Neu" einordnen, 18 Prozent wissen sogar, welche Änderungen damit verbunden sind. Dagegen können 41 Prozent gar nichts mit dem Thema anfangen. Insbesondere bei den jungen Erwachsenen unter 29 ist das neue Pensionskonto noch weitgehend unbekannt. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der S-Versicherung sowie der Erste Bank und Sparkassen.

Mit dem neuen Pensionskonto, das von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) ab 1. Juni einzurichten ist, haben in Zukunft alle Staatsbürger Einblick in ihre Pensionsansprüche. Die Branche hofft, dass ihnen dadurch klarer wird, dass sie um eine private Altersvorsorge nicht herumkommen.  Im Juni hat die PVA mit dem Versand des Pensionskontoauszugs an alle Personen ab dem Jahrgang 1955 begonnen (lesen Sie dazu auch den Kommentar von FONDS professionell-Chefredakteur Georg Pankl "Pensionskonto: Kein Guthaben, sondern nur ein Versprechen").

Pensionslücke wird auf 7.200 Euro jährlich geschätzt
Dass die Hoffnung der Branche in Bezug auf das "Pensionskonto Neu" nicht unbegründet ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie: Denn immerhin 48 Prozent geben zu erkennen, dass sie ihr eigenes Vorsorgeverhalten anpassen würden, sollten die Berechnungen eine Lücke ergeben. Im Durchschnitt wird die Differenz zwischen Letztbezug und staatlicher Pensionsleistung wird im Übrigen auf rund 600 Euro monatlich geschätzt – und damit um 50 Euro höher als noch vor drei Jahren. Dabei fällt auf, dass Männer und Besserverdiener ihre Pensionslücke tendenziell höher einschätzen.

"Die Österreicher sind heute zum Thema Pensionslücke weitaus besser informiert als noch vor zwei Jahren", erläutert Heinz Schuster, Vorstandsvorsitzender der S-Versicherung. "Massiven Aufklärungsbedarf gibt es aber nach wie vor. Insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung wird für junge Menschen die ergänzende private Altersvorsorge an Relevanz gewinnen."

Österreicher legen immer mehr zur Seite
Derzeit legen die Österreicher durchschnittlich 154 Euro pro Monat für ihre Altersvorsorge auf die Seite – um damit rund 30 Euro mehr als im Vergleichsjahr 2011. Dass es hier noch Potenzial gibt, zeigt die Bereitschaft, monatlich sogar noch 40 Euro mehr in die persönliche Vorsorge zu investieren. Im Geschlechtervergleich zeigt sich, dass Männer monatlich um 20 Euro mehr sparen als Frauen und darüber hinaus auch um 50 Euro mehr Potenzial für zusätzliche Vorsorge haben. (dw)

S-Versicherung, Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut GfK mit einer Online-Befragung. Im Dezember 2013 beantworteten 1.000 Personen zwischen 15 und 65 Jahren Fragen zu Themen wie finanzielle Vorsorge, Vorsorgeprodukte, Pensionslücke und Pensionskonto. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren.


FONDS professionell hat die einige Ergebnisse der Studie grafisch aufbereitet. Klicken Sie sich dafür durch unserer Bilderstrecke oben.