Portfoliomanager, die mit ihren Investments regelmäßige Ausschüttungen anstreben, erzielen bessere Ergebnisse als klassische Mischfonds. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Fondsratinggesellschaft Scope. Demnach übertreffen die sogenannten Income-Fonds das breite Feld der Multi-Asset-Mitbewerber. Sowohl bei der Rendite als auch beim Verhältnis von Risiko zu Rendite schneiden die ausschüttungsorientierten Fondslenker besser ab.

Die Berliner Analysten schauten sich die drei Unterkategorien an, in denen jeweils die meisten Income-Vehikel vorkommen. Konkret geht es um die Gruppen "Multi-Asset Global ausgewogen", in denen sich 17 Income-Fonds finden, "Multi-Asset Global flexibel" mit 21 und "Multi-Asset Global konservativ" mit 8 Income-Portfolios. Im Fokus der Untersuchung stand der Leistungsvergleich der Income-Fonds mit denen der breiteren Vergleichsgruppe über fünf Jahre.

Deutlicher Vorsprung
Den größten Abstand zu ihrer Vergleichsgruppe erringen die Income-Manager demnach aus der Gruppe "Multi-Asset Global flexibel". Sie führen über fünf Jahre im Schnitt 5,6 Prozent Rendite per annum ein, die übrigen Manager der Gruppe kamen hingegen nur auf 2,4 Prozent – eine Differenz von immerhin 3,2 Prozentpunkten. Die Income-Fonds der Peergroup "Multi-Asset konservativ" kamen auf 3,6 Prozent Rendite per annum – zwei Prozentpunkte mehr als die klassischen Vertreter. Den geringsten Vorsprung holten die Income-Manager in der Gruppe "Multi-Asset Global ausgewogen" mit einer Renditedifferenz von 1,5 Prozentpunkten heraus. Ihr Performanceplus lag aber immerhin bei 4,6 Prozent per annum.

Die Scope-Analysten forschten zudem nach den Gründen für das bessere Abschneiden. "Multi-Asset-Income-Fonds haben ihre Allokation in höherverzinsliche Wertpapiere wie Emerging-Markets-Anleihen und High-Yield-Bonds in den vergangenen Jahren signifikant erhöht – auch um ihre Ausschüttungsversprechen zu halten", erläutert Studienautor Martin Fechtner. Diese Papiere fuhren in den vergangenen Jahren deutlich höhere Erträge ein.

Gut bezahlte Risiken
Allerdings gehen mit diesen Gruppen auch höhere Risiken einher. So untersuchten die Scope-Experten auch die Schwankungsanfälligkeit der Income-Fonds. Tatsächlich fällt über fünf Jahre gesehen die Volatilität der Income-Fonds zumindest etwas höher aus als die der Standard-Mischfonds. Über kürzere Zeiträume zeigen sich, je nach Gruppe, jedoch durchaus andere Konstellationen.

Zuletzt prüften die Analysten, ob sich die höheren Risiken für die Anleger auch auszahlten. "Für Anleger ist letztendlich entscheidend, ob sie für das eingegangene Risiko angemessen kompensiert werden", hält Fechtner fest. Das Ergebnis fällt eindeutig aus. "Multi-Asset-Income-Fonds zeigen in den hier betrachteten Zeiträumen ein im Durchschnitt besseres Verhältnis von Chance und Risiko im Vergleich zu gewöhnlichen Multi-Asset Fonds." (ert)