Das Grazer Bankhaus Krentschker will an seinem Wiener Standort neue Kunden für das Private-Banking-Angebot gewinnen und startet zu diesem Zweck eine Werbeoffensive. "Wir wollen einer anspruchsvollen Kundenschicht mit unserem wissenschaftlich fundierten, speziell antizyklischen und auf Sicherheit ausgerichteten Vermögensmanagement zur Seite stehen", sagt Vorstandschef Georg Wolf-Schönach.

Aktuell betreut die 1923 gegründete und praktisch zu 100 Prozent im Eigentum der Steiermärkischen Sparkasse stehenden Bank rund 700 Millionen Euro, wie Krentschker-Vorstand Alexander Eberan gegenüber FONDS professionell ONLINE verrät. Eine Zweigstelle gibt es bereits seit den 1930er-Jahren, im Vergleich zum Hauptsitz in Graz sei das Geschäft in der Hauptstadt aber noch relativ gering. Neben klassischen Private-Banking-Kunden wollen man nun auch intensiv hochvermögende Privatpersonen ansprechen, so Eberan.

Gelingen soll das primär über "Kontakte in der Bank". Für ihre Pläne rechnen sich Wolf-Schönach und Eberan gute Chancen aus. Das Private-Banking-Segment in Wien sei seit mehreren Jahren deutlich in Bewegung, sagen sie. "Manche Institute kommen, andere wiederum gehen oder sind von Umstrukturierungen betroffen." Aktuell seien laut eigenen Angaben 18 Institute im Wiener Umfeld aktiv.

Faktor Zeit in der Beratung
Im Kampf um neue Kunden will man sich mit einem konstant antizyklischen Veranlagungsansatz, einem durchgängig individuellen Beratungsprozess und Bodenständigkeit von der Konkurrenz abheben, heißt es. Für Eberan ist der Beratungsprozess vor allem eines: zeitintensiv. "In mehreren Gesprächen evaluieren wir mittels eines klar strukturierten, dreistufigen Prozesses die Bedürfnisse und Erwartungen des Kunden, erstellen darauf basierend mit viel Geduld eine persönliche Strategie und setzen diese konsequent um", erklärt Eberan.

Um den geplanten Kundenzugewinn auch stemmen zu können, baut das Bankhaus Krentschker Ressourcen auf. Allein heuer wurde das Wiener Beratungsteam um zwei Mitarbeiter erweitert, so Eberan gegenüber FONDS professionell ONLINE. Ab Herbst sei außerdem eine "kleine Werbeoffensive" geplant, die besonders den neuen Ansatz in der Vermögensverwaltung in die Auslage stellen soll.

Veranlagen mit "Rebalancing"
Die Privatbank wendet seit rund einem halben Jahr einen Rebalancing-Ansatz an. Hierbei werden zunächst auf Basis einer persönlichen Strategie Anlageklassen und strategische Portfoliogewichtung bestimmt. Das Rebalancing soll in weiterer Folge sicherstellen, dass dies auch taktisch eingehalten wird. "Es liegt in der Natur der Sache, dass Marktschwankungen die zuvor festgelegten Gewichte verändern", so Eberan. "Anlageklassen, die stark an Wert gewonnen haben, werden anteilig verkauft und Anlageklassen, die an Wert verloren haben, werden zugekauft."

Faktor Kosten bei der Produktauswahl
Bei der Auswahl der einzelnen Produkte agiert das Bankhaus kostenbewusst. "Wir setzen hauptsächlich Fonds mit niedriger Kostenstruktur ein und meiden Fonds mit aktivem Managementansatz, da wir nicht überzeugt sind, dass diese langfristig ihre oft erheblichen Kosten performancemäßig auch rechtfertigen können", argumentiert Eberan. Strukturierte Produkte oder Hedgefonds kommen nicht zum Einsatz. 

Mit seinen insgesamt rund 100 Mitarbeitern betreut das Bankhaus Kunden, die ein zu veranlagendes Finanzvermögen ab rund 300.000 Euro haben. Aber auch Kunden über 10 Millionen Euro werden im Rahmen von individuell auf sie zugeschnittenen Spezialfonds bedient. Zusätzlich zum Vermögensmanagement bietet das Bankhaus im Sinne einer Vollbank alle Leistungen "rund ums Geld" an: Dazu gehören Finanzierungen, insbesondere im Bereich Immobilien, Kreditkarten, das Sparbuch ebenso wie der Bausparvertrag oder Versicherungslösungen. (dw)