Nur wenige Privatanleger verstehen wirklich, was unter einer nachhaltigen Geldanlage zu verstehen ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) mit dem Titel "Wie halten es die Anleger mit der Nachhaltigkeit?": Von den 3.066 befragten Personen im Alter ab 16 Jahren aufwärts wissen nur 14 Prozent tatsächlich, was eine nachhaltige Anlage ausmacht. Den meisten fehlt es nicht nur am nötigen Wissen, sie schätzen sich zudem auch falsch ein. So gaben etwa neun Prozent der Männer an, den Begriff nachhaltige Kapitalanlage zu verstehen – konnten ihn aber nicht korrekt bestimmen.
 
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Das Verständnis des Begriffs nimmt mit steigendem Vermögen sprunghaft zu. "Das führt zwangsläufig zur Frage, ob nachhaltige Kapitalanlagen derzeit eher eine Angelegenheit für Vermögende sind, die im Zuge einer stärkeren Diversifizierung ihrer Portfolios nach Alternativen zu den traditionellen Kapitalanlagen suchen", schlussfolgert DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Eine andere Erklärung für das Phänomen ist die Tatsache, dass mit dem wachsendem Vermögen auch die Beratung durch Banken und Finanzberater zunimmt und diese häufiger auf das Thema aufmerksam machen.
 
Falsche Vorstellungen
Nur wenigen Privatanlegern ist bewusst, dass Nachhaltigkeit nicht nur mit dem Umweltaspekt zusammenhängt, sondern auch mit der Unternehmensführung und sozialen Themen. Laut der Studie steht das Thema Unternehmensführung bei den Befragten auf dem letzten Rang, entsprechend wenig Bedeutung wird dem Thema beigemessen. Das zeigte sich in der Befragung, bei der die Teilnehmer für die drei Kriterien eine prozentuale Gewichtung vornahmen. Tatsächlich seien jedoch alle drei Faktorengruppen als gleichwertig anzusehen, so die DIA-Experten. (fp)