Flexibel investierende Mischfonds halten sich in den Bestsellerlisten nationaler und internationaler Fondshäuser seit langem ganz oben. Klaus Kaldemorgen hat dafür eine einfache Erklärung: Aktien seien im gegenwärtigen Zinsumfeld alternativlos, ließ der Starmanager am FONDS professionell KONGRESS 2015 in Wien keinen Zweifel aufkommen. Ein Investment in Aktien sei aber auch nicht ohne Risiko, und darum suchen Anleger einerseits nach einem Crashpuffer, andererseits treibe sie die Angst vor einem schlechten Timing. So habe es noch in jedem der vergangenen Haussejahre größere, zwischenzeitliche Rückschläge gegeben.

Die zum Teil recht hohen Bewertungen an den Aktienmärkten seien laut Kaldemorgen im Kontext der Bewertungen an den Anleihemärkten zu sehen. Eine 30-jährige Bundesanleihe weise beispielsweise ein KGV von 95 (!) auf, die Rendite liegt aktuell bei mageren 1,05 Prozent. Nestlé werde dagegen zu einem KGV von "lediglich" 20 gehandelt, die Dividendenrendite liege bei 2,9 Prozent. Dazu käme das ungeheure Kurspotenzial, das sich ergeben kann, wenn das KGV von 20 auf 25 steigt. Durch die relativ hohen Dividendenrenditen am Markt sei es inzwischen auch für Investoren, die nach einem festen Einkommen suchen, alternativlos, ihre Aktienquote zu erhöhen.

Chancen und Risiken abwägen
Dabei gelte es natürlich immer abzuwägen, so Kaldemorgen, wie viel Risiko ein Anleger verträgt. Eine Chance seien insbesondere die lockere Geldpolitik der EZB und das daraus resultierende langfristige Zinstief, als Risiko merkt er vor allem die geopolitischen Risiken rund um Griechenland und die Ukraine an. Unsicherheitsfaktoren seien hingegen, ob die Konjunktur anlaufen wird, wie sich der Währungskrieg entwickelt und wie sich der Ölpreisrückgang auf die Märkte auswirkt. Summa summarum geht der Fondsmanager davon aus, dass die Marktvolatilität 2015 steigen werde, Aktien im Vergleich zu anderen Vermögensklassen aber nach wie vor attraktiv seien.

Bei einer durchschnittlichen Volatilität von 16,7 Prozent sei der Leitindex Dax für die meisten Investoren in jedem Fall zu riskant. Kaldemorgen will Anleger darum mit seinem DWS Concept Kaldemorgen in der "Komfortzone" abholen. Es handle sich um einen Total-Return-Fonds mit flexibler Aktienquote und einer durchschnittlichen Volatilität im einstelligen Bereich. Darüber hinaus strebt er ein asymmetrisches Risiko-Rendite-Profil an, soll heißen: Der maximale Verlust darf nicht höher als zehn Prozent pro Jahr betragen.

Wie der Fonds aktuell positioniert ist
Die größten Chancen am Aktienmarkt erhofft sich Kaldemorgen aktuell in Europa, wo er per Ende Februar mit einer Nettoquote von 29,5 Prozent am stärksten investiert war. Direkt bzw. indirekt über Aktien, Anleihen und Futures ist der Fonds zu 19,9 Prozent in US-Dollar investiert. Einen relativ hohen Anteil im Portfolio nimmt mit 10,3 Prozent der brasilianische Real ein; ein Risiko, das der Fondshaudegen aufgrund der positiven Zinsmarge bewusst in Kauf nimmt. In Anleihen ist der Fonds aktuell zu 25,9 Prozent investiert, Gold ist mit 4,4 Prozent relativ schwach repräsentiert. (dw)