Die so genannten Vor-Ort-Prüfungen der Finanzmartkaufsichtsbehörde FMA sind gefürchtet. Zu unrecht, wie FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller meint. "Meist haben die Leute vorher Angst. Aber sie stellen dann fest, dass wir es nicht auf Strafen anlegen, sondern darauf, Verbesserungen herbeizuführen", sagte Kumpfmüller am Rande einer Veranstaltung gegenüber FONDS professionell ONLINE.

Bei den Kontrollen der Vermögensberater, die die FMA seit 2018 durchführt, seien im vergangenen Jahr und auch heuer tatsächlich etliche Mängel festgestellt worden, die behoben werden müssen, wie Kumpfmüller erklärt. Man habe bisher vor allem Vermögensberater kontrolliert, die an Haftungsdächer angeschlossen sind. "Wir haben viele Maßnahmen gesetzt", so der FMA-Vorstand, ohne Zahlen zu nennen.

Unternehmen setzen Vorschläge um
Man habe sich sowohl angeschaut, wie die Systeme der einzelnen Berater aufgesetzt sind als auch beim Haftungsdach kontrolliert, ob die Vereinbarungen mit den Beratern und die Kommunikation gesetzeskonform sind oder ob in punkto Weiterbildung die Vorgaben eingehalten werden. "In der Regel erstellen wir eine Mängelliste und überprüfen bei einem Follow-up die Behebung. Meist haben die Unternehmen unsere Hinweise bei der Nachkontrolle eingearbeitet", zeigte sich Kumpfmüller zufrieden.  

Zahlreiche Nachschärfungen hatten im laufenden Jahr 2019 übrigens auch die digitalen Vermögensverwalter nötig. "Wir hatten einige Unternehmen, die Verbesserungen machen mussten", sagte Kumpfmüller. Die FMA werde im Jahr 2020 im Rahmen der Schwerpunktprüfungen bei den Robo-Beratern wieder genauer hinschauen. Das ist wohl auch deshalb nötig, weil etliche Neugründungen in der Pipeline warten: "Wir haben eine Reihe von Konzessionsanträgen von Robo-Advisory-Unternehmen, die wir prüfen", sagt Kumpfmüller. (eml)