Bert Flossbach, Manager des 5,1 Milliarden Euro schweren Fonds-Bestsellers FvS Multiple Opportunities R, rechnet aufgrund der dauerhaft niedrigen Zinsen mit weiter steigenden Aktienkursen. Insbesondere den Titeln qualitativ hochwertiger Unternehmen traut er höhere Bewertungen zu, geht aus dem kürzlich veröffentlichten Halbjahresbericht des Kölner Vermögensverwalters hervor.

Flossbach ist davon überzeugt, dass die Notenbanken die entscheidende Einflussgröße für die globalen Kapitalmärkte sind und bleiben. Die US-Notenbank bleibe mit Blick auf ein mögliches Ende ihrer Nullzinspolitik eher vage, die Europäische Zentralbank schalte sogar einen Gang hoch und versuche, mit neuen Instrumenten die Wirtschaft im Euro-Raum zu beleben. "Ob das gelingt, ist fraglich. Wie so oft dürfte das frische Geld aber seinen Weg in die Finanzmärkte finden und die Vermögenspreise weiter in die Höhe treiben", schreibt Flossbach.

"Es spricht einiges für weiter steigende Aktienkurse"
Trotz des Kursanstiegs sei die Anlageklasse im relativen Vergleich immer noch attraktiv. "Nicht nur, weil die Gewinnrenditen der Unternehmen weit über den Anleiherenditen liegen, sondern auch weil die Gewinne langfristig zulegen dürften – die Kupons von Anleihen tun dies definitiv nicht", so Flossbach. "Es spricht daher einiges dafür, dass die Aktienkurse in den nächsten Jahren weiter steigen werden."

Das gelte im Besonderen für Aktien qualitativ hochwertiger Unternehmen, die nachhaltig steigende Gewinne erzielten. "Sie sind in einem Umfeld mit vergleichsweise schwachem Wirtschaftswachstum besonders attraktiv", so der Fondsmanager. Wenn ein Großteil der Anleger zu der Erkenntnis gelange, dass die Rückkehr zu normalen Zinsniveaus noch sehr lange dauern könne, und das Warten auf steigende Zinsen wenig Erfolg verspreche, könnten die Bewertungsniveaus noch einmal deutlich steigen. "Die Herausforderung für uns wird sein, diesen Anstieg – so weit wie fundamental vertretbar – mitzunehmen", so Flossbachs Fazit.

"Anleger müssen sich überwinden"
In der sich abzeichnenden Nullzinsperiode betrachtet der Kölner Vermögensverwalter ein langfristig ausgerichtetes, diversifiziertes Portfolio mit qualitativ hochwertigen Sachwerten als die bestmögliche Strategie. "Vor allem Anleger mit einer tief sitzenden Abneigung gegenüber Kursschwankungen müssen es schaffen sich zu überwinden, auf kurzfristige Sicherheit zu verzichten und dafür langfristige Sicherheit und Wachstumspotenziale zu gewinnen", schreibt Flossbach. (bm)