Vor allem der Vertrieb von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) hat dem weltgrößten Asset Manager Blackrock 2018 noch Nettomittelzuflüsse beschert. Der ETF-Ableger iShares verzeichnete ein Mittelaufkommen von 167,5 Milliarden Dollar. Zudem vertrauten vor allem Retailkunden aus den USA dem Brancheniesen Geld an. Institutionelle Investoren zogen hingegen Kapital aus den aktiven Fonds ab, vor allem aber aus den herkömmlichen Indexfonds des Hauses. Dies geht aus den Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 hervor, die der Konzern am Mittwoch präsentierte.

Insgesamt verbuchte der Fondsanbieter 2018 einen Nettomittelzufluss von 124 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es noch 367 Milliarden Dollar gewesen. Wegen der Korrektur an den Finanzmärkten sank das von Blackrock verwaltete Vermögen über den Jahresverlauf um fünf Prozent auf knapp unter fünf Billionen Dollar.

Umsatz und Gewinn trotzen Börsenflaute
Trotz des Dämpfers beim Absatz steigerte das Unternehmen 2018 sowohl Umsatz als auch den Gewinn. Die Erlöse kletterten gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar. Auch das operative Ergebnis stieg um vier Prozent, und zwar auf 5,5 Milliarden Dollar. Der Reingewinn ging um 13 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar zurück. Ende 2017 hatte das Haus aufgrund der US-Steuerreform allerdings einen Steuerbonus von 1,2 Milliarden Dollar gutgeschrieben bekommen, was den Gewinn entsprechend beflügelt hatte. Um Sondereffekte bereinigt legte 2018 der Nettogewinn hingegen um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4,4 Milliarden Dollar zu.

Umsatztreiber war 2018 vor allem die Technologiesparte. Die Erlöse kletterten hier gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent. Vor allem das Risiko- und Portfoliomanagementsystem Aladdin und die digitalen Angebote zur Vermögensverwaltung seien bei Kunden auf Interesse gestoßen. Rückläufig waren hingegen die Einnahmen aus erfolgsabhängigen Gebühren der aktiven Fonds.

Rückstellung für Jobabbau
Das Unternehmen hatte jüngst angekündigt, weltweit 500 Arbeitsplätze zu streichen. Dies entspricht drei Prozent der Belegschaft. Für den Abbau stellte die Gesellschaft bereits 60 Millionen Dollar zurück. Blackrock-Chef Larry Fink sieht das von ihm mitgegründete Haus dennoch auf Kurs. "Blackrocks Größe und strategische Position erlaubte es uns, 2018 organisches Wachstum zu erzielen und den Umsatz zu steigern. Zugleich investierten wir in Wachstumsfelder und schütteten 3,6 Milliarden Dollar an unsere Aktionäre aus", sagte Fink bei der Präsentation der Jahreszahlen.

Zum vierten Quartal 2018 erhöhte Blackrock einmal mehr die Dividende. Die Ausschüttung kletterte gegenüber dem Vorquartal um fünf Prozent auf 3,30 US-Dollar je Aktie. Seit 2010 erhöhte das Haus die Dividende jedes Jahr. (ert)