Die makroökonomische Situation in Kombination mit einer investorenfreundliche Politik sind nach Einschätzung des US-Immobilien-Dienstleisters CB Richard Ellis (CBRE) für die bislang anhaltend gute Entwicklung des Immobilienmarkts in Dubai verantwortlich. Positive Trends werden sowohl im Büro- als auch im Wohnimmobiliengeschäft registriert, heißt es in einer aktuellen Marktanalyse. Dubai positioniere sich weiterhin als größte und am schnellsten wachsende Handelsdrehscheibe in der Golfregion. Der weitere Ausbau der Wirtschaftssparten Tourismus, Handels und Dienstleistungen verstärke den Ruf nach adäquaten Immobilien.

Wenig Spielraum bei Mieten

Dennoch erklärt CBRE, dass man bei den Mieten in den beiden kommenden Quartalen keinen weiteren Anstieg erwarte. Nach dem Erlass des "Rent Cap Law" 2007, das eine maximal siebenprozentige Mietzinserhöhung für das Jahr 2007 (nach 15 Prozent im Jahr 2006) erlaube, versuche man die Liegenschaften Dubais nun interessanter und wettbewerbsfähiger zu machen. Zum Ende des ersten Quartals 2007 habe die jährliche Quadratmetermiete im Retailbereich in Dubai zwischen 2.690 und 4.300 Dirham (AED) gelegen. Das sind rund 550 bis 880 Euro.

Büromarkt boomt

Besonders der Büroimmobilienmarkt habe durch Verzögerungen bei Bauprojekten und einer stark wachsenden Wirtschaft eine Erhöhung der Mieten erfahren, so CBRE. Die Spitzenmieten im Bürosektor hätten gegenüber dem vierten Quartal 2006 um 17 Prozent auf 770 Euro pro Quadratmeter im ersten Quartal 2007 zugelegt und würden damit Dubai auf Platz zehn der teuersten Bürostandorte weltweit katapultieren. Zum Vergleich: In der aktuellen weltweiten CBRE-Büromarkstudie führt das Londoner West End mit einer Jahresmiete von rund 1.950 Euro je Quadratmeter. Die Spitzenbüromieten in Frankfurt liegen beispielsweise bei rund 491 Euro. Kurzfristig könnte dieser Trend anhalten, so CBRE weiter, denn ein Gleichziehen von Angebot und Nachfrage infolge einer Reihe von Fertigstellungen prognostizieren die Immobilienexperten aus Los Angeles erst für das Jahr 2009. Einem Bericht der Analysten von Colliers International zufolge, entspricht das Flächenvolumen aller derzeit im Bau befindlichen Bürogebäude im Emirat bereits 90 Prozent des bisherigen Bestandes.

Zeit der steigenden Mieten vorbei

Noch kritischer wird die Situation vor Ort gesehen. Laut eine Umfrage unter mehr als 300 Maklern und Immobilienberatern, übersteigt das Angebot mittlerweile bei weitem die Nachfrage. Fast Dreiviertel der von DSL Exhibitions, einem auf Immobilienmessen im arabischen Raum spezialisierten Unternehmen, Befragten geht davon aus, dass die Mieten im kommenden Jahr nicht weiter steigen. 21 Prozent rechnen sogar fest mit fallenden Mieten.

Billiger Wohnen

Gerade die Nachfrage nach günstigen Wohnimmobilien habe im Vergleich zu vorangegangenen Jahren im ersten Quartal 2007 kräftig zugenommen, schreiben die Immobilien-Experten von CBRE. Vor allem ausländische Arbeitskräfte würden verstärkt nach Niedrig-Preis-Projekten in diesem Sektor suchen, die sie sich auch leisten auch können. Mittlerweile hätten sowohl die Regierung als auch private Investoren das Problem erkannt und suchten nach Lösungen. Immer deutlicher scheint sich abzuzeichnen, dass der Fokus des Baubooms in Dubai auf das Luxussegment am eigentlichen Bedarf vorbei geht, da die Mehrheit der knapp 1,6 Millionen Einwohner Dubais vor allem ausländische Gastarbeiter sind, die wohl kaum über die finanziellen Mittel verfügen dürften, am teuersten Bürostandort der Golfregion zu investieren. (rmk)